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cortejador
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Registriert: 25.11.2008, 00:53
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Re: Uns trennt das Leben

Beitrag von cortejador »

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Quelle: TV-Spielfilm

Ein Junge, er ist acht, wird zum Täter. Und wenn wir ehrlich sind: Wir alle sind schuld.
Die Schlussszene erzählt das Drama in drei Sätzen. Es sagt die Mutter: „Vielleicht spielen wir nachher noch was?“ Es sagt der Sohn: „Aber du spielst doch nicht gern.“ Die Mutter antwortet: „Ich muss es halt mal versuchen.“ Ein Versuch. Und dabei ist alles doch längst schon verloren.

Die Anfangsszenen erzählen das Drama in wenigen Bildern. Die sechsjährige Tochter möchte dem Vater beim Rasieren helfen. Man will zu einer Hochzeit. Es eilt. Das vom Papa „Prinzessin“ genannte Kind bringt im Gasthaus einen Stein, der als eine Art Tischkarte gilt. Nicht neben „Renate“ wolle sie sitzen. Später, sagt die Mutter. Später wird ihr Kind erschlagen sein von einem solchen Stein. Von David. Er ist acht.

Herzsprengende Sätze
„Würden wir ihm auch helfen, wenn es kein Unfall war?“, heißt es aus dem Off. Zwei Psychologen müssen sich abarbeiten an diesem Fall. Warum hat der Junge panische Angst vor einem imaginierten Clown? Ist er wirklich schizophren? Oder nur traumatisiert, wie die Psychologin Nora (Julia Koschitz) glaubt? Er wirkt wie ein Psycho, dieser David. Ein wenig verschlagen, ein wenig durch den Wind, wenn er nachts auf dem Flughafen von Polizisten gefunden wird. Er warte auf seinen Vater. Der Vater, natürlich kommt er nicht, weil er in Australien sei. In Wahrheit: Die Mutter weiß nichts von dem Mann, der sie geschwängert und noch vor der Geburt sitzengelassen hat. Und David, er schreibt herzsprengende Sätze an ihn, den Unbekannten. Die Briefe landen in einer Kiste. Bei der Mutter.
Wie grausam Mütter sein können, das spielt Anneke Kim Sarnau grandios. Sie ist grausam, aus nur einem Grund. Weil sie verzweifelt ist. Sie will Familie, einen Job. Sie will lieben. Nicht mehr. Das ist nun wirklich nicht zu viel verlangt. Aber doch zu viel, für sie. Für uns, auch das.

Widerwärtige Heuchelei
Der junge Alexander Dierbach, der das Drehbuch schrieb und Regie führte, zeigt großes Talent. Er führt uns vor, wie grausam das Leben ist. Wenn Davids Mutter ihrem Sohn über den verlorenen Vater hinschleudert: „Wenn du nicht wärst, wäre er gar nicht erst weg.“ Wenn David für die Mutter kocht, ein Chaos, und sie nur sagt: „Ich koche.“ Dann rührt sie ihm Beruhigungsmittel in den Schokopudding, damit der neue Freund nicht ohne sie „zum Flirten“ loszieht. Wie beklemmend, wer werfe hier den ersten Stein, den der Sohn ja auch wirft? „Merkst du nicht, dass ich versuche, einen neuen Papa für dich zu finden?“, sagt die Mutter in einer widerwärtigen Heuchelei.

Falsch? Vielleicht alles
Dierbachs Film ist ohne Schnörkel, er widersteht dem falschen Pathos. Er wirft einen einfach zurück auf die schlichte Frage, die einen jeden Tag quält, wenn man es zulassen will: Was habe ich heute wieder falsch gemacht? Die Antwort: Vielleicht alles.
Quelle: Focus online

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Quelle: Stuttgarter Zeitung

Genre: Psychodrama
Land: D
Jahr: 2010
Regie: Alexander Dierbach

Darsteller:
Tim Bergmann (Christian)
Sebastian Ströbel (Tim)
Jan Messutat (Rainer)
Julia Koschitz (Nora)
Jannick Brengel (David)
Anneke Kim Sarnau (Constanze)
Jasmin Schwiers (Sabine)
Regie: Alexander Dierbach
Autor: Alexander Dierbach
Kamera: Ian Blumers
Produktion:
Sperl Productions
ARTE
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Restil
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Registriert: 08.10.2008, 17:52
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Re: Uns trennt das Leben

Beitrag von Restil »

Klingt interessant! Werd ihn mir dieser Tage wohl mal anschauen.

Danke cortejador! :)

Greetz,
Thomas
Du musst die Weintraube vernaschen, BEVOR sie 'ne Rosine ist. - B. Stromberg -
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