Autor Nachricht

<  Kreativ  ~  Klonmädchen Lena - 7.Kapitel

BeitragVerfasst: 25. Mär 2007, 12:56
BenutzeravatarBeiträge: 180Registriert: 12. Mär 2007, 14:08
Klonmädchen Lena 7.Kapitel:

Endlich war es soweit. Sie durfte mit raus. Wie immer freute sich Lena unbändig. Am liebsten wäre sie König vor Dankbarkeit um den Hals gefallen, auch wenn er immer so brutal zu ihr war. Hinaus! Ins Freie! Gab es etwas Schöneres? König merkte nichts von ihrer Hochstimmung. Erstens gab sie sich stets Mühe, sich nichts anmerken zu lassen und zweitens war er wild auf weitere Speicherplatten für seinen neuen Rekorder. Darüber vergaß er alles andere. Vor dem Shop musste Lena draußen warten, während er sich neue Platten besorgte.
Lena stand still am Rande des Bürgersteiges und sah den vorbeifahrenden Autocars zu. Da wurde sie auf eine hässliche Szene aufmerksam. Eine Menschenfrau von circa 60 Jahren schimpfte mit einem Mädchen. Es war ein Klonmädchen, eine Maria15d/f mit schwarzen schulterlangen Haaren.
„Was passt du nicht auf, du ungeschicktes Ding?!“ fauchte die Frau. „Sieh nur, was du angerichtet hast, du Dussel! Heb sofort die Orange auf!“ Motzend stand sie bei dem Mariaklon und schimpfe in einem fort auf das Mädchen ein, das am Boden kauerte und eine Orange aufsammelte, die anscheinend aus einer überfüllten Einkaufstasche gefallen war. „Na warte! Zuhause setzt es was!“ drohte die Frau. Demütig ertrug das Mädchen die Schimpfkanonade seiner Besitzerin.
Ich bin nicht die Einzige, die von ihrem Besitzer schlecht behandelt wird, dachte Lena. Auch andere Menschen benutzen ihre Klone als Blitzableiter.
Es war deutlich zu spüren, dass sich Szenen wie gerade eben, schon oft im Leben der kleinen Maria15d/f abgespielt hatten. Die Fünfzehnjährige kannte es nicht anders.
„Ich brauche noch Schokolade“, verkündete die Frau. „Du wartest hier draußen.“
„Ja“, sprach das Klonmädchen. Es blieb auf dem Bürgersteig stehen und wartete ergeben. Lena sah deutlich, wie unglücklich das Mädchen war. Rasch schaute sie zum Elektroshop hin. König wühlte sich durch eine Kiste mit alten Speicherplatten. Der war fürs Erste beschäftigt.
Lena ging zu dem traurig dastehenden Mädchen und fasste es sanft an den Schultern. „Es gibt Menschen, die für unsere Rechte eintreten!“ flüsterte sie eindringlich. „Man nennt sie Klonschützer. Sie existieren. Im Nonclone-Tivi sieht man sie fast täglich!“
Die Augen des fremden Klonmädchens wurden riesengroß. Zuerst las Lena nur Angst und Unglauben darin. Dann konnte sie beobachten, wie zarte Freude und jähe Hoffnung darin aufkeimten.
„Sie existieren“, wiederholte Lena. „Erzähle es allen, die du triffst! Säe Hoffnung! Spende Trost! Verkünde die frohe Botschaft allen Klonen. Die Klonschützer wollen, dass wir Rechte erhalten.“ Lena schaute sich hastig um. Sie und Maria standen allein auf dem Bürgersteig. Schnell umarmte sie das Mädchen und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Sag es allen anderen!“ bat sie flüsternd. Dann flitzte Lena zu ihrem Warteplatz vorm Elektroshop zurück und tat möglichst unbeteiligt.
Die Besitzerin des anderen Klonmädchens kam aus dem Geschäft und kaufte an einem Riegel Schokolade. „Steh nicht rum!“ blökte sie die arme Maria an und gab ihr eine Kopfnuss. „Beweg dich! Wir müssen noch weiter einkaufen!“ Die beiden kamen genau auf Lena zu. Im Vorbeigehen lächelte Lena dem fremden Klonmädchen tröstlich zu. Maria erwiderte das Lächeln scheu.
Lena fühlte sich großartig. Was für ein schönes Gefühl, einem anderen Klonmädchen neue Hoffnung geschenkt zu haben!
König kam aus dem Laden. Er wirkte hochzufrieden mit seiner Beute, einer Handvoll Speicherplatten. Er schleppte Lena mit in die Innenstadt. Wie immer berauschte sich das Mädchen an den köstlichen Düften, die aus Bäckereien und von Grillständen zu ihm herüber wehten.
Vor der breit gefächerten Auslage eines Gemüsegeschäftes blieb König stehen. Er überlegte laut, ob er sich einen Kopf Wirsing kaufen sollte oder lieber eine große Portion Sauerkraut vom Fass. Lena stand da und betrachtete die ausgelegten Köstlichkeiten sehnsüchtig. Sie kannte nur Simpelprot und Instkarb. Wie gerne hätte sie einmal frisches Gemüse gegessen.
Als König mit einem kleinen Wirsingkopf im Geschäft verschwand, fühlte Lena plötzlich etwas in ihrer rechten Hand. „Steck es ein. Rasch!“ flüsterte eine drängende Stimme.
Erschrocken schaute Lena hoch. Es war der Mann, der sie letztens so gütig angeschaut hatte. Er stand neben ihr und lächelte ihr freundlich zu. „Steck es ein“, empfahl er. „Sonst bekommst du Ärger. Zuhause kannst du sie in Ruhe futtern. Na mach schon!“
Lena starrte ungläubig auf ihre Hand. Dort befand sich eine frische Möhre. Sie schluckte. Dann stopfte sie die Möhre hastig in die Tasche ihres Rocks.
„Danke“, piepste sie. Sie war total fassungslos. Wie konnte ein Mensch ihr so etwas Gutes tun? Frisches Gemüse war teuer, viel teurer als Simpelprot und andere Fertignahrungsmittel.
„Ich bin Christoph“, sprach der Fremde. „Ich bin ein Klonschützer. Wir sind viele! Wir wollen, dass alle Klone Rechte erhalten. Bald haben wir es geschafft. Lass es dir schmecken, kleine Lena10c.“ Er wuschelte ihr durchs Haar und ging weiter, als sei nichts gewesen. Zurück blieb eine Lena, der vor Staunen der Mund offen stand. Sie konnte es nicht fassen. Sie hatte einen leibhaftigen Klonschützer kennen gelernt. Sie existierten also wirklich. Das Tivi hatte Recht. Lena spürte ein warmes Pulsieren in ihrem kleinen Herzen. Es tat so gut zu wissen, dass es wirklich Menschen gab, die für die Rechte der Klone eintraten. Nie war Lenas Hoffnung größer gewesen.
Wer weiß, dachte sie bei sich, vielleicht erlebe ich es noch, dass die Klone aus der Knechtschaft befreit werden.
Ein schöner Gedanke war das.
Abends in ihrer dunklen Kammer holte sie die Möhre hervor, die sie heimlich mit in die Wohnung geschmuggelt hatte und aß sie mit Behagen. Selten hatte sie etwas so Köstliches gegessen. Stück für Stück raspelte sie mit ihren Zähnen an der Möhre, bis sie ganz verschlungen war. Danach lag Lena zusammengerollt auf ihrer Decke und summte ihr Lied, bis sie einschlief.

Es war wieder einmal Putztag und Lena konnte sich frei in der Wohnung bewegen. Sie putzte alles auf Hochglanz. Beim Reinigen der Toilette stieg ihr der Geruch vom BADEGLANZ in die Nase und weckte unangenehme Erinnerungen, aber Lena schob sie rasch beiseite. Daran wollte sie nicht denken. Lieber ließ sie die Szene mit dem Klonschützer wieder und wieder in ihrem Kopf ablaufen.
Nachdem alles geputzt war, spielte Lena wieder mal das Hängespiel. Sie stieg auf einen Stuhl und ließ sich von Königs Klimmzugstange hängen. Dabei zappelte sie leicht mit den nackten Füßen in der Luft und zählte innerlich langsam bis hundert. Bis hundert musste sie aushalten. Schaffte sie es, solange die Hände nicht zu öffnen, war sie gerettet. Andernfalls musste sie den Piraten sagen wo ihr Goldschatz vergraben lag.
Lena schaffte es bis 138, bevor ihre Hände sich öffneten und sie auf den Boden plumpste, wo ihre nackten Sohlen mit einem stampfende Geräusch aufpatschten. Nachdem sie es dreimal gespielt hatte, wurden ihr die Arme lang und sie schaute zum Speicherplattenrekorder hin. Sein rot glühendes Auge schien sie zu beobachten und gleichzeitig anzulocken wie eine gefährliche Droge. Schließlich hielt Lena es nicht länger aus. Sie schaltete das Gerät ein und ging auf Nonclone-Tivi. Auch diesmal registrierte die ÜWa nicht, dass ein Klon Sachen anschaute, die nicht für seine Augen bestimmt waren.
Im Bedienermenü entdeckte sie auch abgespeicherte Sendungen von König. Sogar ihre eigene Bedienungsanleitung fand sie. Neugierig wählte sie das dazugehörende Icon an. Eine Dokumentation wurde gestartet.
„Willkommen zur Präsentation von KLONAR“, sprach ein unsichtbarer Sprecher im Hintergrund. „Wir zeigen Ihnen, wie sie möglichst lange Freude an ihrem neu erworbenen Klon haben können.“ Es folgten Tipps, wie man einem neuen Klon das Einleben erleichtern konnte und wie man mit ihm umgehen sollte. Nahrungsvorschläge wurden gemacht. Natürlich konnte man seinen Klon mit reiner Fertignahrung aus der Fabrik ernähren. Sie enthielt alles, was ein Mensch brauchte und da Klone aus menschlichen Zellen erschaffen waren, war diese Nahrung auch für sie geeignet. Doch die Anleitung empfahl, auch den Klonen wenigstens gelegentlich frische Speisen zu gönnen.
Später ging es um Regeneration. „Ihr Klon wird Verletzungen wesentlich besser überstehen als Sie selbst“, erklärte der Sprecher. „Klone verfügen über Zellen, die extrem gut regenerieren.“ Leider war das aber auch der Grund, warum Klone eine begrenzte Lebensdauer hatten. Durch die hohe Regenerationsfähigkeit kam es nach wenigen Jahren zu irreversiblen Zellentartungen. Man sah, wie es bei Ablauf der Lebensspanne zu Zelldegeneration und Klonkrebs kam.
„Man könnte dies medizinisch behandeln, ja einen Klon quasi komplett wieder herstellen lassen“, sagte die Stimme des Sprechers. „Doch käme das viel zu teuer. Schaffen Sie sich lieber einen neuen Klon an. Traurig ist natürlich, wenn ihr Klon viele sehr liebenswerte Eigenschaften entwickelt hat, die sie sehr schätzten. Diese gehen mit seiner Totalregenerierung natürlich verloren. Für diesen Fall haben Sie die Möglichkeit auf unsere High-End-Modelle zu zugreifen. Sie sind für eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren ausgelegt und besitzen im Kopf einen großen Speicherchip. Die darauf gespeicherten Daten können sie ihrem neuen Klon implantieren lassen und der Neue wird genauso sein wie der alte. Sie werden keinerlei Unterschied im Verhalten erkennen.“ So ging es noch eine Weile weiter, dann war die Betriebsanleitung zu Ende.
Lena schaute nach, was sich auf der aktuell eingelegten Speicherplatte befand. Unter dem Buchstaben „I“ entdeckte sie einen Film, den König schon dreimal angesehen hatte. Sie erinnerte sich, dass er sie jedes Mal in ihre Kammer gejagt hatte, sobald er den Buchstaben „I“ anwählte. Neugierig klickte sie auf den Film. Es startete eine Dokumentation über „Impotenz, hervorgerufen durch übermäßigen Alkoholgenuss“. Es begann mit einer Spielszene. Ein nackter Mann lag auf einer nackten Frau und ruckelte auf ihr herum. „Komm schon! Mach doch! Bitte!“ bat die Frau. Lena schaute ungläubig. Bedeutete das etwa, dass Erwachsene Spaß an diesen Sachen hatten? Jedenfalls schien es nicht zu klappen, denn die Frau im Film wurde wütend und schimpfte los: „Du Schlappschwanz! Kriegst du wieder keinen hoch! Sauf nicht immer soviel!“ Eine Sprecherin erklärte, was es damit auf sich hatte. Dazu sah man Computeranimationen von den männlichen und weiblichen Genitalien und wie sie ineinander passten. Lena verstand. Der männliche Penis schwoll beim Sex an und wurde hart, so dass er in die Vagina der Frau reingesteckt werden konnte. Aber wenn man zu viel Alkohol konsumierte, funktionierte es nicht mehr richtig und der Penis blieb klein und schrumpelig.
Lena erinnerte sich an das Gefühl eines kleinen toten Vögelchens zwischen ihren Beinen. Das war es also! König konnte es ihr nicht antun, weil sein Penis vom vielen Saufen nicht mehr richtig funktionierte.
„Das geschieht dir Recht“, flüsterte sie.

Fortsetzung folgt


Offline Profil
BeitragVerfasst: 26. Mär 2007, 18:35
BenutzeravatarBeiträge: 463Wohnort: RSRegistriert: 22. Nov 2005, 18:21
wirklich schöne geschichte! :-) Immmer schön weiter kapitel posten! :D Wie viele kommen denn noch?



_________________
Bild
Offline Profil Website besuchen
BeitragVerfasst: 26. Mär 2007, 18:48
BenutzeravatarBeiträge: 2172Wohnort: ThüringenRegistriert: 16. Jul 2006, 17:59
Ich kann Kapitel 8 kaum erwarten :)



_________________
If I had a world on my own, everything would bei nonsense.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: 27. Mär 2007, 21:52
BenutzeravatarBeiträge: 2228Wohnort: Baden-WürttembergRegistriert: 22. Aug 2005, 19:12
.

Der Klonschützer "Christoph" scheint ja ein ganz Netter
zu sein. :D

Ich lese deine Geschichte sehr gerne wie auch ein paar
andere hier. Obwohl die Geschichte sehr lang ist haben
es sich wesentlich mehr durchgelesen als erwartet, das spricht
dafür das die Geschichte wirklich interessant und spannend ist.

Gruß vom blauen Christoph

.



_________________
Besucht doch auch mal
www.psychologieforum.de

www.allround-forum.net

http://www.dark-village.de/
Offline Profil
BeitragVerfasst: 1. Aug 2008, 00:09
BenutzeravatarBeiträge: 878Wohnort: Hotel Mama in HessenRegistriert: 12. Mai 2007, 00:23
Ja Blue, auch heute ist sie noch interessant und spannend!
Also gleich weiter mit Kapitel 8!


Offline Profil

Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach:

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Seite 1 von 1
5 Beiträge
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast
Suche nach:
Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten
Gehe zu:  
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.
Girlloverforum Banner
Mache hier eine lange URL Kleiner . . .

Externe Links:
GLForum Alle Links

Annabelleigh Englisch

Seite zu deinen Favoriten hinzufügen:  IE Benutzer klicken Hier und Netscape, Firefox Benutzer drücken folgende Tasten CTRL+D

SPENDE FüR DAS GLF     Musik Video Wings of Angels (Templink)      

E-Mail Kontakt   Haftungsausschluss    Forumsnutzung-FAQ    Verhaltensregeln      25. April ist der Alice Day    Pädo FAQ