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<  Kreativ  ~  Klonmädchen Lena - 14.Kapitel(Schluss)

BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 12:45
BenutzeravatarBeiträge: 180Registriert: 12. Mär 2007, 14:08
Klonmädchen Lena 14.Kapitel:

Lena erwachte von einem zischenden Geräusch. Als sie die Augen öffnete, sah sie, dass der Deckel ihres Reifecontainers offen stand. Sie reckte und streckte sich gähnend. Sie hatte das Gefühl, als hätte sie lange geschlafen. Sie fröstelte leicht.
„Na Fräulein? Wach?“ Lena sah auf und erblickte eine rothaarige Frau, die sich über ihren Container beugte. Sie streckte ihr eine Hand entgegen: „Dann komm mal hoch, Kleine.“ Sie half Lena beim Aufstehen.
„Du siehst aus wie neu“, sagte die Frau und führte Lena zu einem hohen Spiegel. „Schau. Alles wieder dran.“
Lena sah sich selbst im Spiegel, ein schmales zehnjähriges Mädchen, nackt und bloß, gerade erst erschaffen. Sie kannte das Gefühl. Vor etwa vier Jahren hatte sie sich ebenso gefühlt. Auf wackligen Beinen hatte sie vor diesem Spiegel gestanden und sich selbst angeschaut und ein dünnes Mädchen mit milchweißer Haut und dunkelblonden Haaren gesehen. Aber damals hatten ihre blauen Augen voller Freude und Wissbegier in die Welt geschaut. Heute stand nackte Angst darin.
König hat mich restaurieren lassen! Ich muss zu ihm zurück!
Sie starrte ihr neues Auge im Spiegel an. Man sah keinen Unterschied zu dem anderen. Lena kratzte sich an dem Auge.
Die Frau seufzte. „Ja ich weiß. Das ist bei allen Klons so, die neue Augen bekommen. Dieses Fremdkörpergefühl. Wir haben bislang keine Ahnung, woher es kommt. Aber tröste dich, es wird innerhalb von zwei Tagen verschwinden. Komm jetzt. Wir müssen dich einkleiden.“ Sie führte Lena weg. Vor einem Terminal mit großem Bildschirm blieb sie stehen: „Such dir was aus für deine Erstausstattung. Dir stehen 200 EKEN zur Verfügung.“
Lena verstand nicht. „Wie bitte?“ fragte sie schüchtern.
Die Frau berührte den Bildschirm und aktivierte damit einen Net-Katalog: „Du kannst dir deine Klamotten selber aussuchen.“ Das Bild einer nackten Lena erschien auf dem Schirm. Daneben tauchten verschiedene Kleidungsstücke auf. „Berühre sie einfach, dann macht es SCHWUPP und die Lena wird damit angezogen.“ Die Frau lächelte freundlich auf Lena hinunter.
Lena streckte die Hand aus. Vorsichtig berührte sie einen dunkelblauen Rock mit kleinen Falten. Er erinnerte sie an den Rock, den Radegund getragen hatte, das liebe Klonmädchen, dass sie umarmt hatte. Kaum hatte sie das Kleidungsstück berührt, witschte es auf den nackten Körper der Lena auf dem Bildschirm. Der Rock endete über den Knien und wippte leicht, als ob im Computer Wind wehen täte. Lena wählte eine weiße Bluse mit kleinen roten Knöpfen.
„Jetzt noch die Schuhe“, ermunterte die Frau sie.
Lena dachte an das kleine Mädchen im Park, dass ihr das Himbeerbonbon geschenkt hatte. Sie schaute die Schuhe an, die rechts oben im Bildschirm abgebildet waren. Sie fand die Schuhe des Mädchens nicht.
Die Frau fasste sie sanft an den Schultern: „Welche möchtest du denn, Lena?“
„I-Ich weiß nicht, wie sie heißen“, piepste Lena. Schüchtern schaute sie zu der Frau auf.
Die lächelte freundlich zurück: „Wie sehen sie denn aus? Hoch? Dicke Sohlen? Dünne?“
Lena kam sich blöd vor, weil sie keine Ahnung hatte, wie man die Schuhe nannte, die sie meinte. „Es sind gar keine Schuhe. Bloß Sohlen zum Draufstehen und oben sind so Riemchen, die halten die Füße fest.“ Die Frau musste sie für bescheuert halten. Lena schämte sich.
Doch die Frau tippte bloß auf den Bildschirm und plötzlich sah man lauter Schuhe, wie Lena sie sich vorgestellt hatte: „Meinst du solche?“
Lena nickte.
„Man nennt sie Sandalen. Such dir welche aus.“
„Darf ich die roten haben?“ fragte Lena. Ihre Stimme war so leise, dass man sie kaum hörte.
„Natürlich, Schätzchen.“ Die Frau tippte die Sandalen an. „Komm mit. Das Zeug liegt schon in der Ankleide parat. Unsere Bekleidungsabteilung arbeitet im Express.“
Lena folgte der Frau durch lange Reihen von Reifecontainern, in denen unzählige Klone heranwuchsen. Im Ankleideraum fand sie die gewählten Kleider vor, nebst einem Höschen in ihrer Größe. Lena zog sich an.
„Hübsch siehst du aus“, lobte die Frau. „Wie eine kleine Prinzessin. Schau dich im Spiegel an.“ Sie holte ein Klemmbrett, ein interaktives Gerät und tippte etwas ein.
Lena betrachtete sich im Spiegel an der Wand. Sie fand sich in der Tat hübsch. Doch wie lange würde sie hübsch bleiben? König würde ihr bald die Nase brechen. Nicht nur die Nase! Lena dachte an den Hammer, den er ihr versprochen hatte. Aus dem Klontraining ihrer allerersten Tage wusste sie, dass sie immer zu gehorchen hatte. Sie durfte Menschen nicht widersprechen. Das war dissozial. Aber Lena hatte entsetzliche Angst. Die Angst fraß sie innerlich auf. Plötzlich konnte sie die Tränen nicht länger zurückhalten.
„Hey, Schätzchen! Was ist denn los?“ fragte die Frau.
Lena schaute flehend zu ihr auf. „Bitte! B-B-Bitte! I-I-Ich will nicht zu ihm zurück! Bitte schicken Sie mich, wohin sie wollen, aber nicht zu ihm zurück! Ich habe solche A-A-Angst!“ Lena weinte laut. „N-N-Nicht zu K-K-König! Bitte nicht! Er t-t-tut mir immer weh!“
Die Frau runzelte die Stirn: „König? Was für ein König?“ Sie tippte etwas in ihr Klemmbrett ein. „Ah du meinst den Knallkopp, dem du mal gehört hast. Der ist nicht mehr, Mademoiselle. Zu dem kommst du nie wieder.“
Lena schaute die Frau an: „Nicht?“
Die Technikerin schnaubte. „Der ist da unten!“ Sie zeigte auf den Fußboden. „Er hat lebenslange Arbeit in den Prot-Farmen unter der Erde bekommen und züchtet in den Stollen Pilze.“ Sie las ihr Klemmbrett ab. „Dieser König hat mehrere Menschen verletzt, davon zwei schwer. Bei der Verhandlung haben zwei der Richter-Computer seine Demob verlangt. Das wars. Dem wurde ein Demob-Implant verpasst, ein Demobilisierungs-Implantat im Gehirn, und dann ging es ab in den Stollen. Er wird den Rest seines Lebens den Schaden abarbeiten, den er angerichtet hat und wenn er mal durchdreht, wird er demobilisiert. Er wird da unten mit Klonen arbeiten. Im Gegensatz zu seinen Klonkollegen wird er aber nur dann alle zwei Tage mal ans Sonnenlicht dürfen, wenn er sich gut führt. Wenn er nicht spurt, erhält er körperliche Züchtigung.“ Die Frau lächelte seltsam. Da war so ein seltsames Funkeln in ihren Augen. „Dann gibt’s Kloppe mit dem Elektrostock, verstehst du? Aber feste. Die rücken dem Halbidioten schon den Kopf gerade, glaub mir. Ich finde es zum Kotzen, was manche Leute ihren Klonen antun, nur um sich abzureagieren.“ Die Frau beugte sich zu Lena hinunter: „Du warst Staatseigentum, Schätzchen. Die Solidargemeinschaft zahlt für alle, aber die Bürger wollen ihre Steuern gut benutzt wissen. Darum hat man sofort zugestimmt, als dich jemand zu einem sehr guten Preis kaufte, um dich restaurieren zu lassen. Irgend so einer, der Restaurationen erforscht, steht hier.“ Sie pochte mit dem Zeigefinger auf ihr Klemmbrett. „Ah, da ist er ja.“
Eine Tür öffnete sich und ein blonder Mann trat in die Ankleide.
Lena starrte ihn mit offenem Mund an. Sie schluckte. Dann flog ein Aufschrei über ihre Lippen: „CHRISTOPH!“
„Hallo Prinzessin“, sprach er freundlich. „Alles klar Schiff bei dir?“ Er ging zu der Technikerin und drückte seinen Daumen auf das Klemmbrett. „Fertig.“ Er nahm Lena an der Hand: „Komm, Prinzessin. Gehen wir. Draußen scheint die Sonne.“
Lena folgte ihm. Sie war wie betäubt. Kein König! Nie wieder! König war weggesperrt. Chris hatte sie gekauft. Er hatte ihre Restaurierung bezahlt. 15 Jahre Lebensdauer. Sie war so durcheinander, dass sie nicht sprechen konnte. Draußen vor dem Gebäude wollte sie automatisch zur nächsten Magnetbahnstation gehen.
„Ach nee“, sagte Christoph. „Nicht die überfüllte Bahn. Lieber den da.“ Er zeigte auf ein Autocar, das am Bürgersteig parkte, ein feuerrotes Geschoss mit weißen Zierlinien.
Lena riss die Augen auf: „Ein WOTAN VR 300!“
Christoph grinste: „Wie ich sehe, kennst du dich aus.“
„Tivi-Werbung“, fiepte Lena. Der Donnerbolzen vor ihr, das wusste sie aus der Reklame im Tivi, kostete mehr als König in zwei Jahren verdiente. Der WOTAN hatte eine aufgeladene Zwillingsturbine mit Zusatzbrenner. Im „Eko“-Modus verbrauchte er nicht mehr Wasserstoff als ein Klein-Car. Im „Sport“-Modus hingegen…
Sie sausten über die Autobahn.
„Dann mach ich mal Dampf“, rief Christoph über das Brausen der Wasserstoffturbinen. Er wechselte auf die Schnellfahrspur ganz links außen und trat aufs Gaspedal. Die Turbinen heulten auf. Sie gaben ein aggressives Grollen von sich, das sich zu einem wilden Kreischen steigerte. Lena hatte das Gefühl, von einem Riesen einen Tritt ins Kreuz zu erhalten. Der WOTAN machte einen Satz und stürmte mit donnernden Turbinen davon. Die Tachometernadel zirkelte rasend schnell auf die 300er Marke.
Lena bekam von der Fahrt kaum etwas mit. Sie war vollkommen durcheinander.
Als das Autocar vor einer Wohneinheit hielt, konnte sie nicht allein aussteigen. Christoph musste ihr helfen. An seiner Hand ging sie zum Eingang und folgte ihm in den Lift. Sie fuhren ins oberste Stockwerk und betraten einen Gang, der mit dickem Teppichboden ausgelegt war. Er legte seine Hand auf ein Erkennungsterminal an einer Tür. Die Tür glitt zischend zur Seite. „Willkommen in meiner bescheidenen Hütte, Lena.“ Sie betraten eine Wohnung von solch riesigen Ausmaßen, das Lena es nicht fassen konnte.
Ein autoaktiver Staubsauger kam über den Boden auf sie zugewuselt. „Macht hier nicht alles dreckig, ihr Halbaffen“, quäkte er. „Ich saug mir hier einen ab, und ihr bringt dauernd neuen Staub rein.“ Der Staubsauger hustete. „Shit! Wo ich Staub doch überhaupt nicht vertrage.“ Er hustete noch lauter. „Ich habe Asthma! Und eine Hausstauballergie dazu. Kröch! Kröch!“
Ein kleiner Haushaltsroboter kam hinzu. „Mach die Luke dich, du Jammerlappen“, höhnte er mit hoher Fistelstimme. „Saug lieber den Dreck auf, du Blechbüchse!“
„Dir geb ich Blechbüchse!“ plärrte der Staubsauger höchst empört. „Schau dir mal die Fenster an, du Schlierenproduzent. Was hast du zum Putzen benutzt? SCHLIERENFIX? Hah!“
Der Staubsauger ging summend auf den Haushaltsrobo los: „Dir saug ich die Bedienknöpfe ab, du Strunzröhre!“
„Komm doch, Blechbüchse!“ fistelte der Robo hämisch und huschte davon.
Der Staubsauger verfolgte ihn, musste die Verfolgung aber bald abbrechen, weil er einen fürchterlichen Hustenanfall bekam. „Hilfe! Ich erstick-k-k-krlll!“ röchelte er.
Lena lachte hellauf.
„Ich habe sie so programmiert“, erklärte Christoph lächelnd. „Die Individualstimmen sind sehr beliebt bei den Kunden. Viele mögen das elektronische Genörgel und lachen darüber. Aber die Dinger können auch ganz normal sprechen.“ Er machte eine weit ausholende Geste: „Willkommen in deinem neuen Zuhause, Lena. Schau dich um. Von heute an ist das dein Reich.“
Lena schaute zu einem Punkt am anderen Ende des riesigen Raums. Wie magisch angezogen lief sie dorthin. Eine riesige Glasfläche befand sich dort. Lena konnte es nicht fassen. Es war eine Fensterfront. Die halbe Wand bestand aus Glas. Man konnte nach draußen schauen. Und nicht nur das. Vor dem Fenster befand sich ein Balkon, größer als die komplette Wohnung von Wilhelm König.
Christoph öffnete eine Tür: „Bitteschön, Prinzessin. Schau dich um.“
Lena ging nach draußen und schaute über die Brüstung. Sie befanden sich im obersten Stockwerk eines Gebäudekomplexes, der sich um einen riesigen begrünten Innenhof schloss.
„Wie in der Tivi-Werbung!“ hauchte sie. Das Terrain war so groß, dass man sich darin verlaufen konnte. Mittendrin blinkte ein Teich.
„Ich wohne erst seit einer Woche hier“, erklärte Chris. „Durch meine Idee, KLONAR auf die Restaurierung vieler Klone vorzubereiten, habe ich der Firma viel Geld eingebracht. Ich bin die Karriereleiter viele Stufen hinaufgefallen und verdiene jetzt noch mehr als vorher. Bei den Wahlen haben die Klonschützer 9,4 Prozent geholt.“ Er fasste Lena zart an der Schulter. „Ihr seid nicht länger rechtlos, Lena. Ihr werdet Rechte bekommen. Nach und nach wird es besser werden für Klone. Und plötzlich trauen sich die Leute zuzugeben, dass sie ihre Klone gern haben. Viele Menschen beantragen, dass ihre Klon, der im Laufe der Jahre viele liebenswerte Eigenschaften angenommen hat, restauriert wird, damit er länger lebt. Das bringt natürlich mächtig Kohle in die Kassen meiner Firma. Ich werde in Zukunft völlig freie Hand für meine Forschungen haben.“ Er lächelte sie an. „Hast du Lust auf Urlaub? Wir könnten morgen abhauen. Ich habe eine Woche frei. Warst du schon mal in einem Nationalpark?“
Lena stand der Mund offen vor Staunen. „Im Tivi…“, sagte sie lahm.
„Tivi? Du musst es in der Wirklichkeit erleben, Prinzessin. Das wird dir gefallen.“ Er umarmte sie zärtlich.
Lena kuschelte sich vertrauensvoll an ihn. „Das wäre schön“, sagte sie leise.
„Du hast übrigens keine Implants mehr“, sagte Christoph. „Ich habe dafür gesorgt. Du hast nur einen Orientierungs-Chip. Wenn du dich mal verirrst, musst du dein linkes Handgelenk fest drücken. Dann meldet sich die ÜWa bei dir und hilft dir weiter.“
Lena schaute zu ihm hoch: „Keine Implants?“
„Keine Implants“, bestätigte Christoph. Er strich ihr übers Haar: „Ich will, dass du dich frei fühlst, Lena.“
Sie drückte sich fest an ihn. Wie lieb er zu ihr war. Spontan begann sie ihr Lied zu summen.
Mittendrin fiel Christoph mit ein. Er sang mit lauter, tragender Stimme den Text:
„Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss
ist alle Wiederkehr,
die Zukunft liegt in Finsternis
und macht das Herz uns schwer.
Der Himmel wölbt sich übers Land,
Ade, auf Wiedersehn!
Wir ruhen all in Gottes Hand,
lebt wohl auf Wiedersehn.“
Lena schaute ungläubig zu ihm auf: „Du kennst es?“
„Klar. Das ist AULD LANG SYNE aus Schottland auf Deutsch, ein zweihundert Jahre altes Volkslied. Mein Lieblingslied.“
Lena sah ihn aus aufgerissenen Augen an: „A-A-Aber ich … ich … deine Stimme! Ich erkenne sie! Ich kenne das Lied seit ich lebe! Schon immer war es in meinem Herzen und hat mich getröstet, wenn ich unglücklich und allein war. Die Stimme hörte ich immer.“
Er schaute auf sie hinunter und strich ihr über die Wange: „Ich hab vor einigen Jahren mal für sechs Monate die Nachtschicht in einer der Reifungshallen von KLONAR gemacht. Habe die Reifungsprozedur studiert und modifiziert und nebenbei eine Serie von neuen Haushaltsrobos am Computer entwickelt. In der Reifungshalle muss man alle halbe Stunde die Runde machen und die Container mit den heranwachsenden Klonen kontrollieren. Manchmal verstellt sich was, und man muss die Biowerte neu anpassen. Nachts ist es dort ganz schön einsam und ein wenig unheimlich. Um die Stille zu verjagen, habe ich bei jeder Runde lauthals mein Liedchen geträllert.“
„Ich habe es gehört“, piepste Lena. „Ehrlich, Chris! Ich kann mich erinnern! Es ist meine erste Erinnerung, und sie ist immer bei mir geblieben und hat mir Trost gespendet. Als ob eine Mutter mir was vorsingt. Wie in den Kinderfilmen im Tivi.“
Chris kratzte sich am Kopf: „Das könnte bedeuten, dass Klone schon während der Reifung Signale aufnehmen. Das muss ich raus finden. Ich werde sämtliche Serien abrufen, die damals unter meiner Aufsicht reiften und sie befragen. Wenn das stimmt, was du sagst, kann man eine Menge draus machen.“
„Ich habe die Signale aufgenommen“, sprach Lena inbrünstig. „Und ich habe sie für alle Zeiten gespeichert. Hier drinnen!“ Sie zeigte auf ihr Herz. „Das Lied ist immer bei mir. Das tut so gut, das glaubst du nicht, Chris!“
Chris drehte den Kopf und stieß einen Pfiff aus: „Home-HiFi on! Spiel mal AULD LANG SYNE in der deutschen Version ab!“
Die Stereoanlage im Wohnzimmer legte los und spielte das Lied in voller Lautstärke ab.
Chris drückte Lena zärtlich an sich. „Ich habe dich lieb, Lena“, sprach er leise. „Du brauchst keine Angst mehr zu haben. Nie wieder wird dir jemand wehtun.“
Lena schaute zu ihm auf. „Sag Chris, bist du ein Christ?“ fragte sie.
„Ja, Lena. Das bin ich“, antwortete er ernst. Ich glaube an die Grundsätze, die Jesus uns vor über 2000 Jahren mit auf den Lebensweg gab, und ich versuche mich daran zu halten. Das war mit der Hauptgrund, warum ich mich schon immer für die Klone einsetzte, sogar als es noch illegal war.“
Lena kuschelte sich in seine Arme. Sie war trunken vor Glück. Alles war gut. „Ich habe dich lieb“, sagte sie und dann machte sie eine völlig neue Erfahrung: Man weinte nicht nur vor Schmerz und Angst, man konnte auch vor lauter Glück weinen. Ihr kleines Herz pochte wild. Lena verkrallte sich regelrecht in Christoph. Sie hielt sich an ihm fest und weinte all ihr Leid und all ihre Angst heraus. Die Tränen schwemmten allen Kummer und alles Elend aus ihrer kleinen Seele, bis nichts mehr übrig war als pure Freude und tiefe, innige Liebe, die solange währen würde, wie sie lebte.

ENDE


Zuletzt geändert von Anonymous am 30. Mär 2007, 18:41, insgesamt 2-mal geändert.

Offline Profil
BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 12:46
BenutzeravatarBeiträge: 180Registriert: 12. Mär 2007, 14:08
So, das war mein allererster selber geschriebener Roman. Er ist volle 60 Seiten lang geworden!
Wer ihn haben will, dem kann ich ihn in WORD schicken an einer Email. In WORD kann man die Schrift und das Seitenformat so ändern, wie man es zum Ausdrucken am liebsten mag.
Es hat Riesenspaß gemacht, für euch zu schreiben. Ich konnte gar nicht mehr damit aufhören.

Viele Grüße
Prinzessin :wink:


Offline Profil
BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 12:52
BenutzeravatarBeiträge: 3086Registriert: 22. Aug 2006, 16:00
*HEULLLL* Wie schön *snif*

Kannst du keine fortsetzung schreiben? Lena in Freiheit oder so ?

Lena als PDF Datei und bearbeitet und geändert um 15.11 Uhr

Klick zum Download


Offline Profil
BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 14:47
BenutzeravatarBeiträge: 463Wohnort: RSRegistriert: 22. Nov 2005, 18:21
Danke Prinzessin für diese schöne Geschichte! ;-) Hat mir sehr gut gefallen. An manchen Stellen hats mich ein wenig an den Film "AI" erinnert, nur dass deine Geschichte zum glück ein happy end hatte... :D
*Applaus!!*



_________________
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Offline Profil Website besuchen
BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 15:02
BenutzeravatarBeiträge: 2228Wohnort: Baden-WürttembergRegistriert: 22. Aug 2005, 19:12
.

Hallo Prinzessin

Deine Geschichte ist wirklich wunderschön. Ich habe immer
gleich den Text gespeichert für den Fall das mal was passiert damit
er nicht verlorengeht.

Es freut mich sehr das dir das schreiben Spaß gemacht hat,
vieleicht schreibst du ja irgendwann wieder mal einen Roman.

Besonders freut mich natürlich das ich in deiner Geschichte
der Held sein durfte. Du hast meinen Charakter gut beschrieben
und auch meinen Umgang mit Kindern.
Ein paar Dinge aus der Erzählung erinnern mich auch an reale
Ereignisse, ist schon merkwürdig es ist fast so als würdest
du zumindest zum Teil mein Leben kennen.
Allerdings ein Christ bin ich nicht, ich bin freundlich und hilfsbereit
ohne daran zu glauben das ich dafür je eine Belohnung im Himmel
bekomme, ich bin nett zu anderen weil ich einfach so bin.

Ganz lieben Gruß vom blauen Christoph

.


Offline Profil
BeitragVerfasst: 30. Mär 2007, 21:25
BenutzeravatarBeiträge: 65Wohnort: HamburgRegistriert: 7. Mär 2007, 14:29
eine echt schöne geschichte wirklich schön :) am anfang etwas traurig aber ein super schönes ende :)

gruß lisa


Offline Profil
BeitragVerfasst: 31. Mär 2007, 11:50
Beiträge: 47Registriert: 28. Mär 2007, 09:33
()VNZ ()VNZ ()VNZ GROßARTIGE LEISTUNG!!! =D> =D> =D>


(:)67 RESPEKT!!!! (:)67


Offline Profil
BeitragVerfasst: 31. Mär 2007, 14:03
BenutzeravatarBeiträge: 413Registriert: 5. Sep 2006, 16:20
Das war ja eine schöne Geschichte, aber jetzt muss ich leider ein bisschen nörgeln: das Happy End ist viel zu lange und vorhersehbar, und als das mit Jesus kam, wurde mir leider schlecht :oops:



_________________
Was haben die Römer jemals für uns getan?
Offline Profil
BeitragVerfasst: 31. Mär 2007, 14:09
BenutzeravatarBeiträge: 3086Registriert: 22. Aug 2006, 16:00
Finde ich nicht, ich fahre zwar auch auf die Anti-Christ schiene, aber dennoch!


Offline Profil
BeitragVerfasst: 31. Mär 2007, 14:12
BenutzeravatarBeiträge: 925Registriert: 13. Jan 2007, 21:37
Ja, der überflüssige Christensülz trübt den hervorragenden Gesamteindruck etwas aus meiner Sicht, wenn auch nicht sehr stark, dafür ist die Geschichte als ganze einfach zu gut. Das Happy End dagegen fand ich nicht schlimm (die Leute, die bei Büchern oder Filmen über Happy Ends lästern sind alles verklemmte Sesselpupser, die den "Anspruch" einer Story danach bewerten, ob sie auch schön tragisch ausgeht oder nicht. Wie gut die Geschichte auch immer sein mag - sobald das Ende positiv oder, oh Schauder, oh Frevel, "harmonisch" ausgeht, neigt sich der Kritikerdaumen quietschend nach unten. Als ob man einen Menschen, mit dem man sich bis dato wunderbar verstanden hat, verstoßen würde, nachdem man erfährt, daß er Pädo ist. Also quasi eine "Killereigenschaft", ein K.O.-Schlag, der den Gegner mattsetzt, egal wie hoch er nach Punkten führt. Sowas ist außerhalb von Kampfsportkontexten immer unseriös).


Offline Profil
BeitragVerfasst: 31. Mär 2007, 14:22
BenutzeravatarBeiträge: 413Registriert: 5. Sep 2006, 16:20
grEEn hat geschrieben:
verklemmte Sesselpupser


Selber! Bäh! *Zunge rausstreck*



_________________
Was haben die Römer jemals für uns getan?
Offline Profil
BeitragVerfasst: 1. Apr 2007, 18:57
Beiträge: 8Registriert: 1. Apr 2007, 17:57
Dein erster Roman ist schlicht GUT! Wirklich!


Offline Profil
BeitragVerfasst: 2. Apr 2007, 11:41
BenutzeravatarBeiträge: 2172Wohnort: ThüringenRegistriert: 16. Jul 2006, 17:59
Wow, ist das schön, ich finde nichts zum Meckern.
Einfach nur schön :)



_________________
If I had a world on my own, everything would bei nonsense.
Offline Profil ICQ
BeitragVerfasst: 3. Apr 2007, 15:11
Beiträge: 58Registriert: 25. Apr 2006, 02:44
tja verehrte princessin, nachdem ich dein Kunstwerk :kaffee: tatsächlich zweimal verschlungen habe :oops: kann ich mich nur den lobesgesängen anschliessen :D =D> ;))(() :-(||= (//fove) :--(=)
()VNZ ()VNZ ()VNZ
ist dir wirklich gut gelungen ;))(()



_________________
dem wahren schönen,guten
tu ichs glatt zumuten
dieses forum zu ehren
auf das sich die member vermehren
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BeitragVerfasst: 3. Apr 2007, 19:29
BenutzeravatarBeiträge: 661Registriert: 9. Nov 2006, 15:28
Dass der Schluss zu süßlich ist, finde ich überhaupt nicht!
Im Gegenteil! Du schreibst wie Charles Dickens (für Kulturbanausen: Autor von "Oliver Twist"!): die Protagonistin muss Fürchterlichstes durchmachen, sie sie endlich das heißersehnte superschöne Happyend bekommt. Warum sich manche so über Christentum aufregen, kapier ich ned!
Fundamentalistische Islamisten?? *Knarre raushol* :lol: :wink:
Nee, der Typ hat vor zwei Jahrtausenden schon die Wahrheit gesagt. Das Problem ist nicht Jesus!
Jesus versprach uns das Himmelreich, stattdessen kam die Kirche.

Die KIRCHE ist das Problem, egal wie sie sich nennt!!!!!!!!!!!!

Also nicht auf Christen schimpfen, sondern auf "Kirchliche" (damit sind auch "Christen" gemeint, die Sonntags in die Kirche rennen und mit blankpoliertem Heiligenschein am Elend der Welt vorbeigehen)

Sach ma, Prinzessin: Wie alt bist du eigentlich? Haste nie gesagt. Ich tipp mal auf sechszehn. :D


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