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BeitragVerfasst: 23.09.2021, 17:42 
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Inauguraldissertation
zur
Erlangung der Doktorwürde der Medizin
der Medizinischen Fakultät
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
vorgelegt von
Daniel Bruhn
aus Flensburg
Kiel 2019

Von Daniel Bruhn

Und auch in dieser wissenschaftlichen Studie ein ähnlicher Tenor:

"Bisher ging man davon aus, dass bei Pädophilen eine Störung im Bereich der
Verarbeitung sexueller Reize vorliegt (s. u., Abschnitt 1.4). Im Gegensatz zur weit
verbreiteten Meinung, Pädophile litten unter hirnorganischen Störungen, findet man
diese eher bei Vergewaltigern und Sexualdelinquenten an sich, welche nicht
zwangsläufig die Diagnosekriterien der Pädophilie erfüllen (Kargel, 2016). Die für
Pädophile lange postulierte Funktionsstörung in der Verarbeitung sexueller Reize
(Cantor, 2008; Quinsey, 2003) konnte bisher nur für sexuelle Kindesmissbraucher
nachgewiesen werden (Kargel, 2016). Daher muss die Pädophilie als Störung der
Sexualpräferenz eindeutig von der sogenannten „Ersatzhandlungsfähigkeit―
(Befriedigung des Sexualtriebs auch durch Kinder, aber ohne sich primär sexuell zu
ihnen hingezogen zu fühlen) abgegrenzt werden (Schäfer, 2010)."

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Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
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BeitragVerfasst: 04.10.2021, 20:47 
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AoA: sie wird bald 14...
Danke, eine interessante Studie. Aber die eigentliche Hypothese hast du nicht zitiert:
Stimuli, die bei Teleiophilen einen Stimulus für „Brutpflege“ darstellen, nutzen bei Pädophilen weitere Ressourcen zur Verarbeitung dieser Reize aus zusätzlichen Hirnarealen, die eigentlich dem Bereich der „Paarung“ und „Paarbindung“ zuzuordnen sind. Bei menschlichen Kindern führt dies zu einer Sexualisierung kindlicher Stimuli („Kindchenschema“) und somit zu einer, wie Eibl-Eibesfeldt postulierte, Erotisierung elterlicher Liebe.

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BeitragVerfasst: 06.10.2021, 03:00 
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Ja, wegen diesem Satz:
und somit zu einer, wie Eibl-Eibesfeldt postulierte, Erotisierung elterlicher Liebe.
Da fühle ich mich als Mama von drei Jungs angesprochen und irgendwie ekelt es mich, wenn Liebe
der ELTERN(!) erotisiert sein soll.

Unsere Aufgabe ist es, zu beschützen, zu begleiten, aber nicht zu erotisieren (selbst oder das Kind)

Den Rest find ich ganz ok, kenne ich aus meiner Kindheit, aber eben nicht mit Familienangehörigen.

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BeitragVerfasst: 06.10.2021, 06:41 
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Ich verstehe diesen Satz nicht so...
Nicht die Liebe der ELTERN wird erotisiert....
Pädophiel empfindende Menschen lieben Kinder. Diese Liebe kann man vergleichen oder gleich setzen mit der elterlichen Liebe (Brutpflege etc.). Bei ihnen aber lösen diese Gefühle eben zusätzlich erotisierende Reize/Gefühle aus.

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BeitragVerfasst: 06.10.2021, 07:45 
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Achso! Ja, so rum passts. :oops:

Ich steh in letzter Zeit oft auf irgendwelchen Schläuchen rum :mrgreen:

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BeitragVerfasst: 07.10.2021, 11:01 
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livinginwonderland hat geschrieben:
06.10.2021, 06:41
Pädophiel empfindende Menschen lieben Kinder. Diese Liebe kann man vergleichen oder gleich setzen mit der elterlichen Liebe (Brutpflege etc.). Bei ihnen aber lösen diese Gefühle eben zusätzlich erotisierende Reize/Gefühle aus.
Hm ja, das klingt sehr passend :-)

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Ihr könnt mir gerne über den Messenger Tox schreiben: 6FF9148C336F669EB36E99CE662CA787234D631388E511B27416AFDD96A3B76066CAB4AE34EA
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BeitragVerfasst: 11.10.2021, 07:09 
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Leni hat geschrieben:
23.09.2021, 17:42
Die für Pädophile lange postulierte Funktionsstörung in der Verarbeitung sexueller Reize
(Cantor, 2008; Quinsey, 2003) konnte bisher nur für sexuelle Kindesmissbraucher
nachgewiesen werden (Kargel, 2016). Daher muss die Pädophilie als Störung der
Sexualpräferenz eindeutig von der sogenannten „Ersatzhandlungsfähigkeit―
(Befriedigung des Sexualtriebs auch durch Kinder, aber ohne sich primär sexuell zu
ihnen hingezogen zu fühlen) abgegrenzt werden (Schäfer, 2010)."
Mein Problem an diesem Fazit besteht darin, das ich zwar gerne damit einhergehe eine Vergewaltigung oder Sex ohne bzw. gegen den Willen als Funktionsstörung zu titulieren. Aber allgemein fällt ja jede sexuelle Handlung mit Kindern und eingeschränkt Jugendlichen nicht nur laut Gesetz unter Missbrauch. Dementsprechend sind auch gewollte Beziehungen hier als "Funktionsstörung" des erwachsenen Parts zu betrachten.
Dementsprechend müsste also auch jede einvernehmliche sexuelle Handlung unabhängig von Alter und Geschlecht eben auch als sexuelle Funktionsstörung gelten.
Ist das wirklich unser Ziel, oder ist es wieder eine Studie, die in "guten" und "bösen" Pädos unterscheiden will?

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"Das Schlimme an dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind." - Bertrand Russell (1872 - 1970)
"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln." - Astrid Lindgren (1907 - 2002)

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BeitragVerfasst: 11.10.2021, 17:29 
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@Zidane
Mit dem Funktionsstörungs-bla gibt der Autor auch nur das wieder, was Kargel herausgefunden haben will.

Der Eintrag im Literaturverzeichnis:
Kargel, C., Massau, C., Weiss, S., Walter, M., Borchardt, V., Kruger, T. H., et al. (2016). Evidence for superior neurobiological and behavioral inhibitory control abilities in non-offending as compared to offending pedophiles. Human Brain Mapping. 38, 1092–1104.

Das wäre dann wohl die Studie, die man sich mal genauer anschauen müsste. Was wurde wie verglichen, was ist dabei rausgekommen, was lässt sich daraus jetzt logisch schlussfolgern (und was nicht)?

Wir haben natürlich guten Grund, solchen Studien erstmal skeptisch gegenüberzustehen. Aber direkt gegen sie zu wettern ohne zu wissen worum es eigentlich genau geht - ich glaube, das ist eher kontraproduktiv.
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BeitragVerfasst: 13.10.2021, 06:56 
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Arrowhead hat geschrieben:
11.10.2021, 17:29
Aber direkt gegen sie zu wettern ...
Ich habe nicht gegen die Studien an sich gewettert, sondern das Fazit hinterfragt, dass oft daraus entsteht. Ob es nun von der Studie gewollt ist oder auch nicht.

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