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BeitragVerfasst: 24.01.2010, 23:35 
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FL, Danke für die Ausführliche Schilderung.

Du hast mich darauf gebracht, dass ich womöglich auch AD(H)S haben könnte. Ich hatte mich bis zu Deinem Beitrag nie so richtig damit beschäftigt, aber so ziemlich alle Symptome treffen auf mich zu. Das wäre ja echt krass, wenn sich damit einige meiner Probleme sozusagen fast in Luft auflösen würden. Ich werde mich evtl. bald testen lassen, mal sehn ;).

Man merkt Griesemer an seinen Aussagen an, dass er auch unter einem ganz schönen Rechtfertigungsdruck leidet. Ist aber gut zu wissen, dass es ihn gibt :).

lg kim

p.S.: Eigentlich wollte ich Dir noch viel mehr schreiben, aber ich konnte meine Gedanken nicht wirklich so sortieren, dass ich da nen anständigen Beitrag drauß mache *g*.

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Gib mir den Grund, dass es Dich zu Lieben lohnt,
Dich anzuseh'n, Deine Schönheit zu versteh'n.
Gib mir den Grund, dass es sich zu leben lohnt,
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Ich sehne mich doch nur nach Dir,
nach Deiner Welt im Jetzt und Hier.
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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 21:22 
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Hallo,


nachdem Herr Griesemer (Neuro- und Entwicklungspsychologe, http://www.fpe-griesemer.de) bei meinem ersten Gespräch mit ihm gesagt hatte, ich sollte jede Hilfe die mir zu Teil werden kann auch versuchen zu nutzen, habe ich mich, auf diesen Rat hin, um ein erstes Gespräch in der Psychiatrie bemüht. In dem telefonischen Gespräch zur Terminabsprache wurde nicht über meine Probleme gesprochen. Dieser Termin fand dann gestern statt. Hier einige Punkte dazu. (noch zur Info, dies war jetzt nicht die Psychiatrie, die auch diese Studie bezüglich der Emotionsforschung durchführt)



Gesprächsteilnehmer waren eine Ärztin und ein Herr, dessen genaue Funktion ich nicht zu sagen vermag, noch weniger, da die Ärztin im Verlauf des Gespräches erwähnte, dass das Psychologenteam vollständig aus Frauen bestehe. Er hat auch so gut wie gar nichts zum Gespräch beigetragen, bis auf die Begrüßung, die Verabschiedung und einer einzigen Aussage, die ich später noch erwähne. Er hat sich aber, genau wie die Ärztin Notizen zum Gespräch gemacht. Vermutlich war das so nach dem Motto vier Ohren hören mehr als zwei, oder zum Schutz der Ärztin, da sie ja nie wissen, was für ein „Gestörter“ da kommt.

Es kam dann, wie natürlich nicht anders möglich, die Frage danach, welche Probleme mich denn zu ihnen führen würden. Es war so weit. Ich öffnete mein großes Paket und erzählte. Es gab nur einige kurze Unterbrechungen, seitens der Ärztin, zwecks Zwischenfragen.

Dann kam noch ein kleiner Teil mit allgemeinen Fragen: Rauchen, Trinken, Medikamente, Drogen usw.



Punkte die ich aus dem Gespräch mitnahm:


- prinzipiell würden sie mich aufnehmen

- Sie haben absolut keine Erfahrung mit pädophielen Patienten

- Ich wäre der erste Pädo, den sie behandeln würden

- Die Ärztin wertete meine Gesamtproblematik als wirklich „riesig“

- Ob sie mir helfen könnten eine Verbesserung meiner Gefühlslage und Situation herbeizuführen, lässt die Ärztin offen mit den Worten – "Da sie ja jetzt schon sehr lange unter all diesen Problemen leiden, müsse man diese schon als chronisch ansehen." (ich hatte gar nicht nach ihrer Einschätzung gefragt und so kam es mir vor, als hätte sie damit sagen wollen, das die Chancen wohl eher gering sind)

- Die Ärztin benutze die Vokabel Neigung für die Präferenz, also nicht Krankheit.

- Es finden Einzelgespräche und Gruppentherapie statt.


Auf meine Frage, ob ich mich denn überhaupt auf der Station integrieren könne, bekam ich folgende Antworten.

- Ihre Thematik ist eine sehr schwierige

- Dieses Thema sollten sie dann auf die Einzelgespräche verlagern und es ansonsten vermeiden, dass es publik wird. (Da frag ich mich, wie das gehen soll, wenn ich z.B. in der Gruppentherapie dieses Thema ausklammern soll)

- Der sonst nichts sagende Herr trug dann folgendes zu der Frage bei – "Wenn das die anderen Patienten herauskriegen, gehen da sofort einige Türen zu."

- Dann kam noch von der Ärztin – "Wir haben hier natürlich einige Patientinnen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Wenn die das erfahren würden, könnte das bei diesen zu einer neuen Belastung führen, wenn sie mit der Thematik dadurch konfrontiert würden" . (das es gleichzeitig auch zu einer Belastung meinerseits führt, wenn ich hören würde, was die eine oder andere, womöglich in der Kindheit ertragen musste, spielt wohl keine Rolle. Ich erinnere mich da noch zu genau an meine Weinkrämpfe, nachdem ich gelesen hatte, was Kiba erleben musste)



Ich sprach dann noch an, dass ich auch zu Herrn Griesemer Kontakt aufgenommen hätte und berichtete kurz, über seine Erfahrung mit der Thematik, dass er auch Studien in Zusammenhang mit dieser durchgeführt habe und er auch als Sachverständiger, in Strafsachen, tätig sei. Ich fragte ob es möglich wäre, beide Therapien parallel laufen zu lassen, oder was ich noch besser fände, wenn sich beide untereinander ergänzen würden.

Daraufhin meinte die Ärztin, so etwas würden sie nicht machen. Ich sollte alle möglichen Wege, die mir vielleicht helfen könnten, ausprobieren, aber dann doch bitte getrennt voneinander. Weil es sonst zu Verzerrungen kommen könne. Also könnte ich das vor, oder auch nach einem stationären Aufenthalt tun, aber bitte nicht gleichzeitig. (Ich hatte irgendwie gehofft, dass es positiv sein könnte, jemand im Backround zu haben, der über Erfahrungen in einer Thematik verfügt, die man selbst (noch) nicht hat. Besteht wohl leider kein Interesse)



Herr Griesemer hatte ja vorgeschlagen mit mir einige standardisierte Tests durchzuführen. In Folge hätte er dadurch ein genaueres Bild um beurteilen zu können, an welchem Punkt wir eventuell angreifen könnten, um eine Verbesserung für mich herbeizuführen. Besonders interessant war ja die Möglichkeit, dass ich unter Umständen unter ADS leiden könnte. Dazu hatte ich ja schon folgendes geschrieben:

FL hat geschrieben:
….Herr Griesemer hat da aber aus seinen Erfahrungen ganz andere Schlüsse gezogen. Er hatte es schon mit einer, nicht zu vernachlässigbaren, Anzahl von Pädos zu tun, bei denen ADS oder ADHS nachgewiesen wurde. Er sagt, wenn das zusammen spielt ist das eine besonders tragische Konstellation. Und in vielem, was ich erzählte, sah er ADS als eine mögliche Ursache. Im Originalton sagte er:“ Sollte sich herausstellen, das sie ADS oder ADHS haben, ist es auf fast banal erscheinende Weise möglich, ihnen in kürzester Zeit einen großen Teil ihres Paketes abzunehmen. Wir sollten dies auf jeden Fall testen.“ ….



Also fragte ich die Ärztin danach, ob sie diese Tests auch durchführen würden, bzw. wie eine Diagnostik stattfinden würde.

Ihre Antwort hierzu: "Wir führen nie standardisierte Tests durch. Bei uns läuft das alles über die Gespräche".



Ich habe mich bemüht, gesagtes möglichst genau, wenigstens aber sinngemäß wiederzugeben.



Ich glaube ich brauche jetzt nicht mehr viel, bezüglich meines Gesamteindrucks, zu diesem möglichen Weg zu schreiben. Also ich bin der Meinung, dass es dies auf gar keinen Fall sein kann.


Sieht das jemand anders?



Gruß

Forbidden Love
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BeitragVerfasst: 30.01.2010, 21:28 
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Hallo FL,

auf mich macht Dein Bericht den Eindruck, Du würdest dieses Erstgespräch als eher undurchsichtig empfunden haben.
Zu M. Griesemer scheinst du größeres Vertrauen zu haben.
Vllt. schilderst du ihm auch deine Gedanken zu diesem Gespräch - er kann sicher Qualifizierteres dazu sagen als die GLFler.


Sakura

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BeitragVerfasst: 31.01.2010, 11:57 
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Hallo FL,

Forbidden Love hat geschrieben:
Sieht das jemand anders?


Ich sehe das von Deiner Schilderung her genauso wie Du.

Gerade auch, weil diese Psychiatrie keinerlei Erfahrung mit unserer Thematik hat und trotzdem eine Zusammenarbeit mit Griesemer ablehnt ohne einmal darüber wirklich nachzudenken, daß dies doch ganz sinnvoll sein kann.

KO-Kriterium für mich in Deiner Schilderung war insbesondere:

Forbidden Love hat geschrieben:
"Wenn die das erfahren würden, könnte das bei diesen zu einer neuen Belastung führen, wenn sie mit der Thematik dadurch konfrontiert würden"


und

Forbidden Love hat geschrieben:
"Wenn das die anderen Patienten herauskriegen, gehen da sofort einige Türen zu."


Ansonsten stimme ich Sakura zu, dies einmal mit Griesemer durchzusprechen.

Gruß

Perma

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BeitragVerfasst: 31.01.2010, 13:49 
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Ich finde es erstaunlich das die noch nie einen Pädo vor sich sitzen hatten, umso erstaunlicher der offene Umgang mit der Thematik.
Mein Weg wäre es sicher nicht, in einer Therapie, in der es um Offenheit geht, ein Geheimnis den anderen Patieten gegenüber haben zu müßen, zumal sicher direkte Fragen warum man da sei, kommen werden- also Lügen müßte.
Rainer

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BeitragVerfasst: 23.02.2010, 17:11 
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Hallo liebe Forengemeinde,



da meine Verfassung, seit vorgestern, wieder eine Reise in den Keller angetreten hat, schreibe ich mal etwas, zu neuen Erkenntnissen und Geschehnissen, seit meinem letzten Posting, in diesem Thread. In dieser langen Diskussion hier, habe ich ja die Erfahrung machen dürfen, daß mir das niederschreiben und die Diskussion dabei helfen, meine Gedanken zu sortieren, Dinge zu überdenken und bei mir auch Veränderungen anzustoßen. So hoffe ich auch jetzt wieder auf einen positiven Erfolg. Ich fange oben an und schildere etwas zur Threapie, weiter unten dann den Grund meines derzeitigen „Kelleraufenthaltes“ .


Ich habe mich gegen den stationären Aufenthalt, in der Psychiatrischen Klinik, entschieden. Der Eindruck, den mir das erste Gespräch dort vermittelt hat (hatte ich ja weiter oben zu geschrieben), hat mir letztlich das Gefühl gegeben, das dies nicht das richtige ist.


Sehr gut aufgehoben fühle ich mich aber weiterhin bei dem Neuro- und Entwicklungspsychologen Michael M. Griesemer. (http://www.fpe-griesemer.de)
Bei diesem war ich bisher zu drei Terminen. Diese waren, nicht zuletzt wegen der längeren Anreise, mit jeweils 2 Stunden terminiert. Wobei sich der zweite und dritte dann aber auf 3 Stunden ausdehnte. Wenn ich dort bin, scheint die Uhr irgendwie schneller zu laufen. Neben dem Gespräch hat Herr Giesemer dann auch einige Tests mit mir gemacht. Hier beschränke ich mich jetzt mal auf die, zu denen schon eine Auswertung erfolgt ist.


1
BDI Beck Depression Inventory (Selbstbeurteilungsverfahren zur Erfassung der Schwere depressiver Symptomatik)

Bei diesem Test ist eine schwere, akute Depression ab einem Summenwert von 21 gegeben. Bei mir war es der Wert 35, wobei eine Frage, in dem Test, nicht für mich „passte“ und so eventuell noch 3 Punkte drauf könnten. Es war folgende Frage zum Thema Selbstmord:

0 ich denke nicht daran, mir etwas anzutun.
1 Ich denke manchmal an Selbstmord, aber ich würde es nicht tun.
2 Ich möchte mich am liebsten umbringen.
3 Ich würde mich umbringen, wenn ich es könnte.


Da ich ja erst mal einen Suizid (wegen möglicher psychischer Belastungen meiner Kinder) für mich ausgeschlossen hatte, habe ich wahrheitsgemäß, die erste Antwort, ausgewählt. Dass ich aber dennoch ständige Todessehnsucht habe, wird also letztlich nicht berücksichtigt.



2
DAS Scala dysfunktionaler Einstellungen (erfasst die Ausprägung und die Art dysfunktionaler Grundüberzeugungen und findet in der klinischen Psychologie, der Therapieforschung sowie in der Forschung zu Vulnerabilitäts-Stress-Modellen Anwendung. Sie enthält insgesamt 40 Aussagen, die in der Mehrzahl Kontingenzen zwischen Verhaltensmerkmalen und dem Selbstwerterleben formulieren.)


Meine Ergebnisse hier waren extrem, es ergaben sich Werte von 98. Diese hohen Werte liegen nur bei 2% der Männer in meiner Altersgruppe vor.

Ein Wert gibt an, wie sehr mein persönliches Selbstwerterleben davon abhängig ist, wie ich mich von anderen akzeptiert und angenommen fühle.
Ein anderer Wert gibt an, wie sehr mein Selbstwerterleben davon abhängig ist, Anforderungen an mich gut zu erfüllen.

Mein Selbstwert hängt also extremst davon ab, wie ich meine, bei anderen anzukommen und wie hoch ich die Anforderung an mich selbst stelle um Akzeptanz und Annerkennung von anderen zu erfahren. Also unter anderem auch, der Einfluß von eigenen Fehlern und Unzulänglichkeiten auf mein Selbstwertgefühl.




3
d2 Aufmerksamkeits-Belastungs-Test (misst Tempo und Sorgfalt des Arbeitsverhaltens bei der Unterscheidung ähnlicher visueller Reize (Detail-Diskrimination) und ermöglicht damit die Beurteilung individueller Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen. Die vielfältige Absicherung der Testgütekriterien Objektivität, Zuverlässigkeit und Gültigkeit)

Dieser Test besteht aus aus 14 Reihen mit unterschiedlich aufeinanderfolgenden d und p. Aufgabe ist es möglichst genau und schnell alle d durchzustreichen, die zwei Striche (Targets) haben. Diese können darüber, darunter oder einer drüber und einer drunter sein.
(Zur besseren Vorstellung: http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testbspd2.html )
Man fängt an und nach einer vorgegebenen Zeit bekommt man die Anweisung die nächste Reihe zu bearbeiten.

Hier ergab sich eine deutliche Abweichung in der Konzentration. Die Genauigkeit war sehr hoch aber bei sehr auffälliger Einbuße der Bearbeitungsgeschwindigkeit. Darüber hinaus, war ich nach diesem Test fix und fertig und meine Hände zitterten.




Auf dem Weg in den Keller:

Aufgrund der starken Depression hat Herr Griesemer mir einen bestimmten Typ von Antidepressiva empfohlen. Dieses Medikament sollte ich mir, vom Hausarzt, verschreiben lassen, bei Rückfragen könnte sich mein Hausarzt bei ihm melden. So machte ich mich also auf den Weg zum Hausarzt, um mir das Medikament verschreiben zu lassen. Dieser teilte mir dann mit, daß er dies nicht könne, da dies nicht sein Fachbereich wäre und ich müsse mir einen Psychiater suchen. Dieser wäre dann in der Lage mir Medikamente zu verschreiben und auch, über eine weitere Arbeitsunfähigkeit, zu urteilen. So zog ich dann mit einer Überweisung und dem nächsten Problem für mich von dannen. Ich stand vor der Aufgabe, jemanden zu finden, der bereit ist, mit Herrn Griesemer zu kooperieren. Diese Aufgabe zudem mit einem begrenzten Zeitfenster, da diese Person über meine Arbeits(un)fähigkeit urteilen muß und der gedanklichen Belastung meinerseits, mich wieder irgendwo öffnen zu müssen.


Ich tat nichts. Ich schob das Problem und dessen Lösung vor mir her. Irgendwann, Anfang der letzten Woche, fragte mich meine Frau, ob ich diese Woche noch "krankgeschrieben" sei. Als ich dies bejahte, teilte sie mir mit, daß ich mit meinem Sohn, am Montag (gestern), zu einem Termin, bei einem Orthopäden müsse, da in der Kinder Vorsorgeuntersuchung U12 wohl ein leichter Buckel bei ihm festgestellt worden sei. Darauf antwortete ich ihr, dass es sein könne, dass ich in dieser Woche selber irgendwann einen Termin habe, aber noch nicht wüsste wann und wo, und es deshalb möglich sei, das ich mit ihm, unter Umständen, nicht fahren könne. Zum einen warf mir meine Frau dann vor, dass ich mich schon lange, um einen Psychiater, hätte bemühen müssen und war der Meinung, ausgerechnet für Montags einen Termin zu bekommen sei höchst unwahrscheinlich, genauso unwahrscheinlich überhaupt einen Termin zu bekommen, da Psychiater in der Regel immer über Wochen ausgebucht seien. Damit war das Thema erstmal erledigt. Mittwoch rief mich meine zukünftige Schwägerin an und lud mich für Sonntag (vorgestern) zum Frühstück ein. In diesem Gespräch erzählte ich ihr davon, dass ich mich unbedingt um einen Termin bemühen müsse, aber überhaupt kein Pack an hätte. Nach diesem Gespräch sah es dann etwas hoffnungsvoller aus. Sie hat eine gute Bekannte, die eine Kassenärztliche Zulassung sowohl als praktizierende Ärztin, gleichzeitig aber auch als Psychotherapeutin hat. Mit dieser wollte sie Kontakt aufnehmen und für irgendeinen Tag, in dieser Woche, einen Termin für mich machen. Am Samstag war ich dann bei meiner Familie. Meine Frau erwähnte dann irgendwann wieder den Termin von Montag und ich wies sie nochmals darauf hin, dass es zu einem Terminkonflikt kommen könnte. Sie war natürlich erstaunt, denn wie sollte es möglich sein, über das Wochenende, einen Termin für den Montag zu bekommen. Ich erzählte ihr also von den Bemühungen meiner zukünftigen Schwägerin, worauf ich mir wieder mächtige Vorwürfe ihrerseits einfing. Unmöglich wäre das, meine zukünftige Schwägerin für so etwas auszunutzen und darüber hinaus noch bei einer Bekannten. Da wäre es doch klar, daß unter der Hand über alles gesprochen würde. Am Sonntag schlug ich dann, bei meinem Bruder zum Frühstück, auf und fragte, ob schon mit der Bekannten gesprochen worden sei. Das war aber nicht der Fall. Sie versprach mir aber, dies noch am gleichen Abend, zu tun. Da sie auch mitfahren wollte, standen von ihrer Seite der Mittwoch und Freitag im Raum. Was dann ja auch günstig für den Montagstermin meines Sohnes gewesen wäre. Das Frühstück und die Gespräche mit den Beiden waren erst mal ganz angenehm, später kamen noch mein zweiter Bruder und meine Mutter hinzu. Zunehmend wurde es für mich merklich zu viel und anstrengend. Ich konnte den Gesprächen teilweise nicht mehr folgen und empfand es auch immer nervender. Als ich am Abend dann nach Hause kam, war ich fix und alle. Ich führte noch ein kurzes Telefonat mit meiner Frau und fragte nach, wann ich denn wo mit meinem Sohn sein müsse. Ich bekam die Info und dass ich auf dem Weg gleich meine Tochter bei der Reittherapie abliefern solle. Meine Frau würde sie dann wieder dort abholen. Soweit der Plan. Ich setzte mich noch an den Rechner um ein wenig im GLF-zu lesen und ein wenig im ICQ zu kommunizieren. Am späteren Abend rief mich meine zukünftige Schwägerin noch an. Mit diesem Telefonat, war der Tag und ich dann völlig im A… . Die Bekannte sah ihrerseits keine Chance, dass sie mir helfen könne. Der Grund wäre wohl die Krankenkasse, die wohl Probleme machen würde, wenn ich die Therapie dann nicht bei ihr machen würde, wo sie doch zugelassen sei. Wie dem auch sei, ich stand wieder vor dem, für mich riesig erscheinenden, Problem.
Montagmorgen gegen 9:30Uhr klingelte das Telefon. Es war meine zukünftige Schwägerin. Sie hatte an diesem Morgen, von sich aus, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mir zu helfen. Sie hatte nach eigenen Aussagen schon bei unzähligen Psychiatern angerufen und bei einem einen Termin, für mich, bekommen. Und zwar noch am gleichen Tag um 13:45Uhr. Ich würde dazwischen geschoben und solle dementsprechend Wartezeit einplanen. Ich teilte dies meiner Frau dann sofort per sms mit. Diesen Dialog gebe ich jetzt mal im original wieder. Nur die Namen unserer Kids und Orte nicht.

FL:
Habe jetzt doch einen kurzfristigen termin bei einem psychiater in ….. Um 13:45.
Ich kann also nicht mit (sohn) fahren.


Frau:
Ist nicht dein ernst. Wie bekomme ich (Tochter) nach Hause?


FL:
Keine ahnung.


Frau:
Danke!


FL:
Was soll ich sagen. Wer hat denn generell den termin in …gemacht, ohne
Rücksprache. Immer nach dem motto der steht ja sowieso immer zur verfügung.
Und ich habe dir als du mir davon erzählt hast sofort gesagt das was zwischen kommen kann.
Das war Dir egal. Also sag ich jetzt einfach mal bitte.


Frau:
Alles klar. Beziehe ich dich in unseren alltag nicht mehr mit ein! Dann passiert das auch nicht mehr!


FL:
Ich muß dahin. Ich bin krank. Auch wenn du das nicht wissen willst. Das war der einzige termin der vor märz zu bekommen war. Und deswegen bleibt mir nichts anderes übrig als diesen wahr zu nehmen. Wenn dies für dich grund ist mich auszuklammern weil ich nicht so flexibel bin wie du es brauchst ist das für mich sehr tragisch aber deine entscheidung.



Dies der letzte Stand der Kommunikation bis dato und für mich ein Grund, gleich viele Stufen, in den Keller, auf einmal zu nehmen.


Der Gespräch bei dem Psychiater verlief dann ziemlich kurz und oberflächlich und endete mit dem Ergebnis, das dieser erst mit Herrn Griesemer telefonieren wollte, bevor er irgendwas weiteres entscheidet. Ich solle die Nummer von Herrn Griesemer hinterlassen und diesen informieren, dass er Auskunft über mich geben darf. Nach erfolgtem Gespräch würde ich dann einen weiteren Termin erhalten.
Das ist mittlerweile alles passiert. Ich wurde heute vom Sekretariat des Psychiaters angerufen, dass das Gespräch mit Herrn Griesemer stattgefunden habe und einen Termin für nächsten Dienstag erhalten.



Gruß

Forbidden Love
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BeitragVerfasst: 23.02.2010, 17:31 
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Oh man, das tut mir leid.
Auf der einen Seite kann ich mich in deine Frau hineinversetzen.
Sie möchte, dass du sie entlastest.
Ich wäre an ihrer Stelle auch nicht davon ausgegangen,
dass du so schnell einen Termin bekommst.

Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen,
wie anstrengend das alles für dich sein muss und wie rücksichtslos alle mit dir und deiner Krankheit umgehen.

Unterm Strich kommt heraus,
dass du einen Psychiater gefunden hast und auch unglaublich schnell einen Folgetermin bekommen hast. Wenn alles gut läuft, wirst du die Medikamente bekommen. Eine Frage: was sind das denn für Antidepressiva?
Haben sie dich auch schon über die Nebenwirkungen vorbereitet? Und auf die Einstellungszeit? Ich glaube, wenn es die richtigen Pillen sind, dann wird danach alles viel besser werden! Naja, vielleicht wird es objektiv nicht besser werden, aber du wirst es nicht mehr so schwer wahrnehmen und besser damit arbeiten können. Ich wünsche es dir so sehr. Ich finde, du hast es so sehr verdient!


Was macht denn der Herr Griesemer nun mit deinen Testergebnissen?
War das so eine Art Bestandaufnahme?

Leider fällt mir zu deiner Familiensituation nicht viel Produktives ein.
Ich hoffe, die Beziehung zu deinen Kindern leidet nicht zu sehr unter den Spannungen zwischen dir und deiner Frau.

Ich wünsch dir alles Gute!

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~ wer am menschen nicht scheitern will trage den unerschütterlichen entschluss des durch-ihn-lernen-wollens wie ein schild vor sich her. ~
*christian morgenstern*
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BeitragVerfasst: 23.02.2010, 18:13 
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Hi FL, zunächst mal finde ich es super das wohl jetzt eine kooperative Zusammenarbeit zwischen einem Psychiater und Griesemer zustandekommt.

Bzgl. der Reaktion Deiner Frau, naja, meine Freundin hätte mit Sicherheit ebenso reagiert- und sich später Gedanken gemacht, soll heißen, wenn noch nicht geschehen, suche mal wieder ein klärendes Gespräch. Ihr Argument bzgl. Kinder und Dich einzubinden ist schwer von der Hand zu weisen, deines jedoch, nicht auf zuruf zur verfügung stehen zu können- auch nicht.
Kurzfristige wichtige Entscheidungen kommen halt vor- und deine den Termin wahrzunehmen scheint ja erfolgreich zu sein. Die ganze Therapiegeschichte machst Du ha nicht zuletzt auch wegen Deiner kinder und Frau.
Rainer

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BeitragVerfasst: 23.02.2010, 21:08 
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@ clara

Menno, nix klappt, bzw. ich bin wohl zu daneben. Ich habe eine schöne lange Antwort auf Dein Posting verfasst, aber dies sofort hier im Forum. Und damit war ich dann zu langsam. So ist es dann dem Auto Lockout zum Opfer gefallen und ins Nirvana entfleucht. Also das ganze nochmal, aber heute nicht mehr. Zu schlapp.


@ Horizonzero

Die Antwort auf Dein Posting stellt sich dann noch hinten an.



Liebe Grüße

Forbidden Love
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BeitragVerfasst: 23.02.2010, 23:50 
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Wie du schon zu mir sagtest: Nimm dir Zeit und nicht das Leben :)

Ich danke dir schon jetzt, dass du auf mein Posting antworten willst. Wenn ich ausgeloggt werde, wenn ich gerade einen ellenlangen Beiträg geschrieben hab, dann will ich in solchen Momenten alles an die Wand werfen und schwöre, nie wieder auch nur ein Wort zu schreiben.

FL, ich hoffe, dir geht es einigermaßen gut.
Ich mach mir ein bisschen Sorgen, um ehrlich zu sein.

Fühl dich mal umarmt, mir ist gerade danach.

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*christian morgenstern*
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BeitragVerfasst: 24.02.2010, 01:56 
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Liebe Clara,

hier nun meine Antwort Version 1.1 :wink:


clara hat geschrieben:
Sie möchte, dass du sie entlastest.


Wenn dem mal so wäre. Es gab Zeiten, da habe ich Körbeweise Wäsche zum Bügeln mitgenommen und ihr im Haushalt geholfen. Dann war die Hilfe irgendwann nicht mehr erwünscht. Selbst, wenn ich mal die Spülmaschine Aus-, bzw. Einräumen wollte, wurde dies geblockt. Eigentlich hat sie solche Hilfen, erst seit gar nicht all zu langer Zeit, mal wieder etwas zugelassen. Dann habe ich dort mal was weggebügelt, die Küche gewienert oder mal gründlich gestaubsaugt.



clara hat geschrieben:
Ich wäre an ihrer Stelle auch nicht davon ausgegangen,
dass du so schnell einen Termin bekommst. .


Sie hätte den Termin erst gar nicht so legen müssen, zumal sie, zu dem Zeitpunkt nicht mal wusste, ob ich dann noch krank bin. Da die Reittherapie immer Montags zur gleichen Zeit stattfindet, wäre die Situation von Montag genauso eingetreten, wenn ich wieder hätte arbeiten gehen müssen. Darüber hinaus hätte sie genug Zeit gehabt, den Termin noch zu verschieben oder es wäre auch kein Beinbruch gewesen mal die Reittherapie ausfallen zu lassen. Ich vermute auch, dass dies letztlich die Lösung gewesen ist.



clara hat geschrieben:
…., wie anstrengend das alles für dich sein muss und wie rücksichtslos alle mit dir und deiner Krankheit umgehen. .


Ja, mir erscheint alles kompliziert und schwer. Ich bekomme nichts geregelt, suche Hilfe und habe das Gefühl, dass alles noch schwieriger wird.



clara hat geschrieben:
Unterm Strich kommt heraus,
dass du einen Psychiater gefunden hast und auch unglaublich schnell einen Folgetermin bekommen hast. Wenn alles gut läuft, wirst du die Medikamente bekommen.


Ich hoffe, dass das Gespräch zwischen ihm und Herrn Griesemer positiv verlaufen ist. Mehr dazu werde ich wohl am Donnerstag erfahren, dann fahre ich wieder nach Frankfurt. Aber ich mag mich nicht, mit fremden Loorbeeren, schmücken, meine zukünftige Schwägerin hat den Psychiater, für mich, gefunden. Ob oder wann ich was auf die Reihe gebracht hätte, vermag ich nicht zu sagen.



clara hat geschrieben:
Eine Frage: was sind das denn für Antidepressiva?


Hier geht um den Typ. Es soll eins vom Typ SSRI sein. Dies ist wohl die bessere Variante, da es sich bei mir um einen pädophilen Patienten handelt und dieser Typ auch „sexuell beruhigend“ wirkt. So habe ich das wenigstens verstanden.



clara hat geschrieben:
Haben sie dich auch schon über die Nebenwirkungen vorbereitet? Und auf die Einstellungszeit?


Nein, über Nebenwirkungen und Einstellungszeit wurde bisher nicht gesprochen, aber der Psychiater wollte aktuelle Blutwerte bezüglich meiner Schilddrüsenfunktion. Dies könnte vermutlich mit einer möglichen Medikamentierung zusammenhängen. Zur Blutabnahme war ich schon, das Ergebnis kann ich am Donnerstag bekommen.



clara hat geschrieben:
Ich glaube, wenn es die richtigen Pillen sind, dann wird danach alles viel besser werden! Naja, vielleicht wird es objektiv nicht besser werden, aber du wirst es nicht mehr so schwer wahrnehmen und besser damit arbeiten können.


Die Pillen sollen es ermöglichen, mich aus der Depression auf eine Ebene zu holen, in der dann überhaupt erfolgreich psychotherapeutisch mit mir gearbeitet werden kann. Als „Dauervernebelung“ sind sie wohl nicht gedacht. Würde mir auch nicht zusagen, wenn es so wäre.




clara hat geschrieben:
Ich wünsche es dir so sehr. Ich finde, du hast es so sehr verdient!


Ich bedanke mich recht herzlich für Deine lieben Wünsche! *emoticon In den Arm nehm und Küsschen auf Wange drück such*



clara hat geschrieben:
Was macht denn der Herr Griesemer nun mit deinen Testergebnissen?
War das so eine Art Bestandaufnahme? !


Die Tests dienen als Bestandsaufnahme und sollen ein relativ umfassendes Gesamtbild schaffen. Dieses ist dann die Basis dafür, an welcher Stelle man bei der Psychotherapie ansetzt, um gezielt, eine gefühlte Verbesserung, für mich, zu erreichen. Letzte Woche haben wir noch einige Tests gemacht, die aber noch nicht ausgewertet sind. Es werden auch noch einige mehr folgen. Darüber hinaus haben meine Mutter, meine Frau und ich AD(H)S Bewertungs-, bzw. Selbstbewertungsbögen ausgefüllt. Ich davon zwei. Einmal aus meiner Selbsteinschätzung als Erwachsener und einen aus meiner Erinnerung als Kind. Meine Mutter auch einen aus ihrer Erinnerung als ich ein Kind war und meine Frau aus der Zeit unserer Partnerschaft, also auch als Erwachsener.



clara hat geschrieben:
Leider fällt mir zu deiner Familiensituation nicht viel Produktives ein.
Ich hoffe, die Beziehung zu deinen Kindern leidet nicht zu sehr unter den Spannungen zwischen dir und deiner Frau.


Unsere Familiensituation ist ein wildes Konstrukt. Ich weiß beim besten Willen auch nichts, was ich (wir) verändern könnten, um etwas zu verbessern. Das mit der Beziehung zu den Kindern meinte ich, als ich in dem SMS-Dialog geschrieben habe -für mich sehr tragisch-.
Hier fällt mir auf, wie egoistisch das eigentlich von mir war. An die Tragig für meine Kinder habe ich da gar nicht gedacht, sondern nur an mich.



Eure Premierenvorstellung muß doch mittlerweile schon stattgefunden haben. War es ein voller Erfolg? Hat die Kulisse standgehalten?




Liebe Grüße


Forbidden Love
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BeitragVerfasst: 24.02.2010, 12:25 
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Liebe Clara,

noch ein kleiner Nachtrag.


clara hat geschrieben:
…., wie anstrengend das alles für dich sein muss und wie rücksichtslos alle mit dir und deiner Krankheit umgehen. .


Ja, mir erscheint alles kompliziert und schwer. Ich bekomme nichts geregelt, suche Hilfe und habe das Gefühl, dass alles noch schwieriger wird.

Meine Frau sagt ich hätte nichts, sie könnte nichts feststellen. Hat aber auch schon öfter in den letzten Monaten beklagt, daß ich bei einigen Anliegen ihrerseits an mich, immer sofort sagen würde, warum dies oder das zu schwierig sei und nicht funktionieren könne. Früher sei das so nicht gewesen. Ich hatte diesen Umstand bei Herrn Griesemer erwähnt und er sagte das läge an der Depression. Er bot an, daß wenn Interesse von Seiten meiner Frau bestünde, sie gerne mal mit ihm telefonieren könne. Ich gab diese Info an meine Frau weiter. Sie wollte wissen, wofür das gut sein solle. Ich sagte ihr, dass sie dann einiges besser verstehen und einordnen könne, und warum ich manchmal bei Aufgaben versuche diese gleich von vornherein abzublocken. Ich bekam zur Antwort, daß sie eigentlich ja schon alles über das Thema Depression wisse. Sie habe es ja schließlich vor kurzem erst in Ihrer Schulungsmaßnahme gelernt. Sie habe aber auch gelernt, daß sie sich vorrangig erst um sich selber kümmern müsse. Und warum überhaupt noch sie? Welchen Zweck sollte das haben? Sie habe selber genug Streß und genung damit zu tun.




Liebe Grüße

Forbidden Love
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BeitragVerfasst: 24.02.2010, 14:23 
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Lieber Forbidden Love,

vielen, vielen Dank für deine Antwort.
Ich lese deine Beiträge mit großem Interesse. Oft versuche ich mich (ohne dass es natürlich wirklich geht) in deine Situation zu versetzen, versuch gerade deine Frau zu verstehen und stelle dabei fest,
dass es vermutlich gar nicht notwendig ist.
Mir scheint, dass eure "Alltagsprobleme" und Auseinandersetzungen alle eine Wurzel haben, nämlich dass eure Beziehung zueinander an ganz anderer Stelle gestört wurde und sich das über solche welchselnden Forderungen deiner Frau und dein Abblocken Äußerung findet. Aber ich habe auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Es war nur so ein Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich das las.
Ich habe selbst eine sehr gestörte Beziehung in meinem Umfeld mit einem Familienmitglied und egal, wie sehr wir beide und bemühen, egal, wie offen wir versuchen aufeinander zuzugehen, die in uns schlummernden Konflikte brechen immer wieder auf und machen alles kaputt und zäh und schwierig.

Wäre deine Frau denn daran interessiert, dass es zwischen euch wieder reibungsloser laufen würde?
Ich kann mir das schon sehr gut vorstellen, aber ich glaube, um den Schritt zu gehen, braucht sie erstmal ein Bewusstsein dafür, dass Beziehungsstörungen immer auf beiden Seiten ihre Defekte haben. Das würde auch dir sicher eine große Last von den Schultern nehmen, denn so musst du ständig alles auf dich nehmen.

Forbidden Love hat geschrieben:
Ja, mir erscheint alles kompliziert und schwer. Ich bekomme nichts geregelt, suche Hilfe und habe das Gefühl, dass alles noch schwieriger wird.

Also, das ist meiner eigenen Erfahrung nach DIE depressive Haltung schlechthin. Das Wichtige dabei finde ich immer, dass man sich bewusst macht, dass man im Vergleich zu gesunden Menschen miserabel abschneidet, aber dass die anderen auch gesund sind und nicht unter einer Depression leiden. Ein Mensch, der im Rollstuhl sitzt, kann auch nicht aufspringen und rumtanzen, dazu fehlen ihm die körperlichen Möglichkeiten. Um alles so gut auf die Reihe zu bekommen und ohne große Mühe Dunge zu organisieren und zu regeln, dazu fehlt deiner Seele gerade die Kraft und Möglichkeit. Die "Erkenntnis" macht das Gefühl nicht weg, aber vielleicht schafft sie ein bisschen Erleichterung der so belasteten Seele.

Forbidden Love hat geschrieben:
Aber ich mag mich nicht, mit fremden Loorbeeren, schmücken, meine zukünftige Schwägerin hat den Psychiater, für mich, gefunden. Ob oder wann ich was auf die Reihe gebracht hätte, vermag ich nicht zu sagen.

Es ist doch schön und dir gegenüber wertschätzend, dass sie das für dich in die Hand genommen hat. Vielleicht kennt sie sich aus mit deinem Krankheitsbild und wusste, dass sie dir da die Tür aufhalten kann.
Wie es alles zustande gekommen ist, ist doch sekundär, das Ergebnis zählt und du hast einen Termin bekommen.

Forbidden Love hat geschrieben:
Hier geht um den Typ. Es soll eins vom Typ SSRI sein. Dies ist wohl die bessere Variante, da es sich bei mir um einen pädophilen Patienten handelt und dieser Typ auch „sexuell beruhigend“ wirkt. So habe ich das wenigstens verstanden.

Eine Freundin von mir hat die auch lange Zeit genommen (sie hat so ziemlich alle Arten von Antidepressiva durch). Sie war sehr zufrieden damit.
SSRI gehören zu den moderneren Antidepressiva und haben nicht so krasse Nebenwirkungen wie die "älteren Modelle" ( Trizyklische Antidepressiva und Tetrazyklische Antidepressiva).
Hab sie mal gebeten mir ihre Erfahrungen mit den SSRI kurz zu umreißen:

- wirken vor allem aktivierend, stimmungsaufhellend und angstlösend
- bei leichten und mittelschweren Depressionen und gegen Ängste im Umgang mit vielen Menschen
- machen kaum müde und wirken nur wenig appetitsteigernd (ist für uns recht relevant, weil Gewichtszunahme --> Panik --> absetzen)

Bsp.:
* Escitalopram (Cipralex)
* Citalopram (Cipramil)
* Fluoxetin
* Paroxetin
* Sertralin

Von denen hab ich, bis auf das Sertralin, alle mal genommen
Hatten wenig Auswirkungen aufs Gewicht und haben die ersten Monate auch ganz gut gewirkt... dann allerdings nicht mehr.
Das Cipralex z.B. ist ein sehr bekanntes und häufig verschriebenes.
Fluoxetin hab ich nicht gut vertragen, da ich davon heftige Panikattacken bekommen hab. Tritt bei dem wohl häufiger auf.

So :) vielleicht hilft dir das ja ein bisschen, vielleicht auch nicht, aber ich dachte, ich schreibs dir mal.

Forbidden Love hat geschrieben:
Nein, über Nebenwirkungen und Einstellungszeit wurde bisher nicht gesprochen

Ich bin selbst keine Expertin, auch wenn ich gerade über Informationen Dritter vielleicht ein bisschen so klinge :oops: Ich hab noch nie in meinem Leben Antidepressiva genommen. Aber ich weiß aus Beobachtungen, wie sehr sie ein Leben verändern können und zwar zum Positiven. Und ich glaube, dass es einfach ein guter Weg für dich wäre.
Ich hab die Frage nach den Nebenwirkungen und der Einstellungszeit gestellt, weil ich erst vor wenigen Monaten Erfahrungen damit gesammelt habe. Meine Freundin war in der Psychatrie zur Umstellung ihrer Medikamente. Sie war zwei Wochen lang vollkommen platt, hat geschwitzt, war kraftlos, müde, ausgezehrt. Sie nimmt Antidepressiva schon seit vielen Jahren und wusste daher genau, was auf sie zukommt. Die Tabletten brauchen (soweit ich das weiß) immer eine längere Anlaufzeit von ca. 2 Wochen bis du eingestellt bist und sie auch positive Wirkungen zeigen. Aber darüber werden dich die Ärzte sicher aufklären, da braucht es nicht eine halbwissende Clara. Und ich schreib das nicht, um dir davor Angst zu machen oder ähnliches, sondern weil ich dachte, als ich sie so sah: Wenn man das vorher nicht weiß, dann setzt man die Pillen in der Einstellungsphase doch schneller ab, als man gucken kann. Und das wäre kontraproduktiv. Deshalb schreib ich das hier. Aber wie gesagt, das wissen die Ärzte hundermal besser :)

Auf die Ergebnisse des AD(H)S-Tests bin ich ja mal gespannt.
Musst du unbedingt berichten, was da herausgekommen ist.

Forbidden Love hat geschrieben:
Eure Premierenvorstellung muß doch mittlerweile schon stattgefunden haben. War es ein voller Erfolg? Hat die Kulisse standgehalten?

Oh, du hast daran gedacht? Ich bin voll gerührt!!!!
Ja, letzten Samstag war die Premiere :) und es war super.
Die Generalprobe ist ziemlich daneben gegangen, so wie es sich gehört ;) aber das hat die Aufregung natürlich noch viel größer gemacht. Wir waren total schnell mit dem Umbauen und das Publikum war begeistert. Die Stadthalle war restlos ausverkauft. Bin sehr stolz auf das, was wir da alle zusammen zustandegebracht haben. Der Zeitungsbericht ist auch ziemlich überschwenglich ausgefallen, sodass wir vermuten, dass unsere Aufführungen kommendes Wochenende gut besucht sein werden. Wenn du Donnerstag eh in der Gegend bist, bleib doch ne Nacht und komm Freitag zur Aufführung ;)


Forbidden Love hat geschrieben:
Meine Frau sagt ich hätte nichts, sie könnte nichts feststellen.

Sie ist ja auch keine Psychologin, oder?
Das ist ja das Schlimme, was Depressionen noch unerträglicher macht, als sie sowieso schon sind, diese Haltung von Außenstehenden.
Deine Frau scheint keine Lust mehr darauf zu haben, sich mit deinem Innenleben zu beschäftigen. Vielleicht (vermutlich sogar) ist sie an eine Grenze für sich gekommen, vielleicht versucht sie sich mit dieser Abwehrhaltung zu schützen. Auch wenn es falsch ist sich von dir zu distanzieren, scheint es für sie doch einen Sinn zu erfüllen. Sie muss keine Kraft in Verständnis für dich investieren und kann sich tatsächlich um ihren Stress kümmern.
Ich wünsche mir, dass sie es anders sehen würde, dass sie gerade jetzt Kraft und Mut zusammenkratzen würde und dir den Rücken stärkt. Aber man kann Menschen nur bitten, man kann es nicht von ihnen verlangen. Denn jeder ist nur so stark wie er bereit ist zu kämpfen.
Ich hoffe, sie nimmt das Angebot von Herrn Griesemer an und lässt sich besser informieren, vor allem die Kombination finde ich gut. Herr Griesemer ist ein Außenstehender, der deine Situation kennt und bei deiner Frau darauf eingehen kann. Und deine Frau hat keine Beziehung zu ihm, ist ihm gegenüber also neutraler eingestellt, als dir. Vielleicht lässt sie sich ja noch dazu hinreißen.

Ach, Forbidden Love, ich hab dich mit deiner Geschichte irgendwie so sehr ins Herz geschlossen. Am Ende wird es gut werden ... und so lange es nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende. Kämpf weiter so tapfer!

_________________
~ wer am menschen nicht scheitern will trage den unerschütterlichen entschluss des durch-ihn-lernen-wollens wie ein schild vor sich her. ~
*christian morgenstern*
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BeitragVerfasst: 19.05.2010, 23:21 
Hallo an alle, was das Thema Sex mit Minderjährigen angeht, gibt es hier zwei Sichtweisen: Die eine ist die brutale Misshandlung, die andere ist einvernehmlich. Hier ist die Politik gefragt: Denn es sollte eines endlich klargestellt werden das einvernehmlicher Sex mit Minderjährigen nicht strafbar ist! Vergewaltigungen von Minderjährigen jedoch schon. Das hatten die Grünen ja auch ihrem Parteitag in Bad Godesberg angeregt.
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie es ist wenn man einvernehmlich ist es tut gut und wir sind heute noch die besten Freunde. Wer Interesse hat dem kann ich gerne dazu etwas schreiben.

LG an alle
COMMODOS
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BeitragVerfasst: 20.05.2010, 19:40 
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@ Commodos, weißt Du das das GLF ein öffentliches Forum ist ?? Sind Dir die Konsequenzen daraus bewusst ? Mir scheint Du balancierst auf einer Rasierklinge ....
Rainer

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