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BeitragVerfasst: 19.01.2020, 21:33 
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Grad eben ... sprach SadClown in einem anderen Thread auf meine Nachfrage von Persönlichkeit.
Dies ist ein Thema, das mich persönlich sehr interessiert!

Dazu will ich sagen, dass ich dieses Wort nie so ganz verstanden habe (wie Eifersucht und Bewusstsein).

Sie meinte, das mit 8 Jahren bekommen zu haben, anhand ihrer Definition. Also sag mal, SadClown, wie hast du denn vorher gelebt? Über was hast du dann so nachgedacht den ganzen Tag?
Ich kenn mich da ja nicht so aus, denn ich hatte nur eine Freundin in ganz jungen Jahren und dann keine, deshalb habe ich kaum kleine Kinder in meiner Kindheit kennengelernt.

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. (Punkt!)
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BeitragVerfasst: 19.01.2020, 22:16 
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AoA: Ja. Ganz genau.
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Dämon im Herzen hat geschrieben: Dazu will ich sagen, dass ich dieses Wort nie so ganz verstanden habe (wie Eifersucht und Bewusstsein).
Bewusstsein heißt, sich seiner Existenz bewusst zu sein und die Fähigkeit zu haben, alle Arten der Wahrnehmung, reflektieren zu können.
Persönlichkeit besteht aus persönlichen Eigenschaften, die das Denken und Handeln prägen. Wenn wir Erfahrungen sammeln führt das immer dazu, dass die Persönlichkeit erweitert wird.
Was Eifersucht ist, weiß ich auch nicht genau. Die Sucht nach Eifer halt.:)

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Wen ich liebe, den will ich auch nicht essen. :D
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BeitragVerfasst: 20.01.2020, 00:59 
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Ich fühle mich geehrt, dass ich in deinem Thread erwähnt werde. :oops:

Diese Wörter sind total schwierig zu erklären.

Ich kann das schwer beschreiben, glaube aber, dass ich unter 8 Dinge einfacher hingenommen und akzeptiert habe. Ich hatte schon Wünsche und Gedanken, aber die waren eher einfach. Ich habe auch in der "Gegenwart"/Jetzt-Zeit gelebt und nicht über Vergangenes oder Zukünftiges nachgedacht. Jemand sagt: Der Himmel ist blau. Für mich war das okay. Ob das überhaupt stimmt oder warum das so ist, war mir nicht wichtig. Also ich vermute, dass es hier am einfachsten gewesen wäre, mir Propaganda einzuflößen oder irgendeinen Blödsinn zu erzählen und ich hätte es nicht hinterfragt. :)

Bei jeder Person ist das Alter dieser "Reife" wohl anders. Ich kann mich explizit bei mir an 8 erinnern, weil da zwei Dinge gewesen sind, welche ich, wenn ich heute darüber nachdenke, als kleineres Kind nicht so erlebt hätte. Eines war ein Film, den ich gesehen hatte und der mir sehr gefallen hat, der mich aber auch lange zum Nachdenken gebracht hat und noch heute einen sehr großen Stellenwert für mich hat. Mit 5 oder 6 hätte ich vielleicht gedacht: "Cool." und das war's. :mrgreen:
Zweitens habe ich mit 8 auch angefangen Zeitungen zu lesen (die gratis Schundblätter auf der Straße in einfacher Sprache :rotfl: ) und kann mich erinnern, dass ich beim Lesen über einen Kriminalfall das erste Mal eine starke Empathie gespürt habe und gezielt versucht habe, mir vorzustellen, wie/warum/wo so etwas ablaufen könnte und was wäre, wenn mir das passieren würde.

Also für mich sind hier die zwei zentralen Punkte: Fühlen von Empathie und Nachdenken über vergangene/zukünftige Ereignisse (fast schon eine Reflexion xD). Das habe ich im Kleinkind-Alter sicherlich nicht so stark erlebt. Und diese zwei Dinge sind für mich wichtige Punkte, die eine "Persönlichkeit" ausmachen, die mehr ist, als jemand der isst, schläft und existiert. So ungefähr stelle ich mir Babys und Kleinkinder vor. Kann auch sein, dass ich ihnen damit Unrecht tue. xD

Persönlichkeit besteht aus persönlichen Eigenschaften, die das Denken und Handeln prägen. Wenn wir Erfahrungen sammeln führt das immer dazu, dass die Persönlichkeit erweitert wird.

Das finde ich gut! :D Ich hätte es nicht so formulieren können. xD
Eben diese Erfahrungen fehlen vielen kleinen Kindern auch und deswegen finde ich ihre Persönlichkeit "schwach" bzw. unausgereift.

Dazu will ich sagen, dass ich dieses Wort nie so ganz verstanden habe (wie Eifersucht und Bewusstsein).

Meinst du die Bedeutung des Wortes Eifersucht (psychologisch, philosophisch) oder wie sich Eifersucht anfühlt?

K. :herz:
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BeitragVerfasst: 20.01.2020, 14:03 
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Hallo SadClown,

das klingt wirklich interessant! Meine eigenen Erfahrungen sowohl als Kind als auch mit Kindern sind dem teilweise entgegengesetzt:
Ich kannte Kinder (jetzt sind sie keine mehr), die haben bis zum Alter von ca.10 Jahren keine Anzeichen für Reflexion erkennen lassen. Überwiegend Jungs natürlich, aber in Einzelfällen auch Mädchen. Die stammten dann aus bildungsfernen Familien. Wahrscheinlich ist also das Umfeld entscheidender als das Alter, ob ein Kind komplexere geistige / soziale Zusammenhänge nachvollziehen kann.

Aber die meisten hatten in dieser Hinsicht schon sehr früh eine gewisse Grundkompetenz. Sie fragten sehr empathisch, als ein Haustier z.B. einen Verband trug und bedauerten es. Bei den Jüngeren betraf die Empathie auch Pflanzen und sogar unbelebte Objekte, wenn diese beschädigt wurden. Ich selbst habe mit vielleicht vier Jahren einmal bitterlich geheult, als ein Krug, den ich mochte, zu Boden fiel und zerstört wurde. Dieses Mitleid gegenüber Dingen ist bei Erwachsenen auch noch manchmal anzutreffen. Eine Siebenjährige raisonnierte vor einigen Jahren mal darüber, dass wir uns nicht mehr so oft sehen könnten, wenn sie in die Schule ging und fragte, ob ich ebenfalls traurig wäre.

Sakura

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Am Anfang war die Tat.
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BeitragVerfasst: 20.01.2020, 18:03 
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Danke dir für dein Interesse!
Wahrscheinlich ist also das Umfeld entscheidender als das Alter, ob ein Kind komplexere geistige / soziale Zusammenhänge nachvollziehen kann.


Ja, dem stimme ich total zu. Solche Kinder gab es in meiner Schule auch. Waren auch meistens Jungs. :)
Ich hatte das Glück, dass z. B. meine Neugier und meine Vorliebe fürs Lesen von meiner Familie gefördert wurden, obwohl sie keine Akademiker_innen sind.

Ich selbst habe mit vielleicht vier Jahren einmal bitterlich geheult, als ein Krug, den ich mochte, zu Boden fiel und zerstört wurde.

So süüüß! So etwas hatte ich auch, jedoch war das bei mir eher ab dem Volksschulalter und ist teilweise heute noch so. :)

Das mit Tieren und Pflanzen kenne ich von mir selber auch! Ich habe das sogar für Insekten gehabt.
Bei Gegenständen hatte ich auch gedacht, dass die Gefühle haben. Wenn ich im Supermarkt etwas aus dem Regal genommen hatte und es dann doch nicht mehr wollte, musste ich das Produkt an die genau gleiche Stelle und richtig herum hineinstellen, weil ich sonst dachte, dass es unglücklich wäre. 8)

Ich kann auch nicht zu 100 % sagen, dass ich im jungen Alter gar nicht empathisch oder reflektiert war. Es war wahrscheinlich nur in einem so geringen Ausmaß, dass es mir aus heutiger Sicht "nichtig" vorkommt. Ich kann mich auch an meine Kindergartenzeit erinnern. Dort hatte ich natürlich auch schon Gedanken und Gefühle, aber ich habe Dinge einfach schneller akzeptiert und nicht darüber nachgedacht.

Vor allem das Traurigsein, wenn man jemanden weniger oder gar nicht mehr sieht, ist bei mir erst spät aufgetreten.

K. :herz:
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BeitragVerfasst: 09.02.2020, 17:34 
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@SadClown:

Ich meine die Definition könnte ich ja nachlesen, aber woher weiß ich dadurch ob ich jemals Eifersucht gefühlt habe?

@Alle
Danke, ich finde eure Beiträge sehr lehrreicht. Ich muss aber sagen, dass ich nicht weiß, wie es sich unreflektiert lebt. Seit ich drei bin, weiß ich, denke ich oft darüber nach, was ich denn so mache.

Das mit dem Fühlen von Empathie verstehe ich nicht ganz. Ich dachte Empathie ist Einfühlungsvermögen. Oder meint ihr Einfühlen damit? Meint ihr mit Fühlen von Empathie das Fühlen der vielleicht imaginären Emotionen des Gegenübers?

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