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BeitragVerfasst: 22.04.2021, 14:39 
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Quelle: https://www.waz.de/region/rhein-und-ruhr/metzelders-anwalt-mein-mandant-ist-nicht-paedophil-id232094661.html
Christoph Metzelders Verteidiger Prof. Ulrich Sommer hat in einem Interview mit RTL beteuert, dass sein Mandant „natürlich nicht pädophil“ ist. Metzelder muss sich, wie mehrfach berichtet, ab Donnerstag kommender Woche vor dem Amtsgericht Düsseldorf verantworten, die Anklage wirft ihm den Besitz und das Verschicken kinderpornografischer Dateien vor.

[...]

„Er weiß, was er gemacht hat“, sagte Sommer. „Er weiß auch, dass man das als Fehler bezeichnen kann. Und er weiß, dass er sich seiner Verantwortung stellen muss. Herr Metzelder selber war über sich selbst erschrocken, als das alles aufgetaucht ist, über sich erschrocken, dass es so etwas wie ein Doppelleben gibt.“ Er sei aber nicht pädophil, es sei eher um „diesen Kick auch mit Dingen“ gegangen, „die man tunlichst nicht angefasst haben sollte.“

[...]

Dass Metzelder kinderpornografisches Material auf seinem Smartphone besaß, streitet Sommer nicht ab, versuchte aber es herunterzuspielen: Es sei „gerade nicht eine ganze Menge“ gewesen, so der Anwalt. Da werde „maßlos übertrieben“. Auf dem Handy habe man Bilder von jungen Frauen gefunden, die auch „Sie oder ich attraktiv fänden“. Sommer beharrte darauf, dass das Benutzen eines Bildes „in der Strafbarkeit ganz erheblich unter dem angesiedelt sein muss, was dann beim tatsächlichen Missbrauch erfolgen muss.“

Er bestätigte, dass Metzelder sich in einer Therapie befinde und erzählte, dass es um ihn einsam geworden sei. Kontakte zu anderen Menschen seien praktisch abgebrochen.

Es ist schon irre, dass es sowohl für den gerichtlichen Prozess als auch für das weitere soziale Leben das wichtigste ist etwas nicht strafbares und unbeeinflussbares abzustreiten.

Gibt es eigentlich noch andere Handlungen (jenseits von Pornografie und "sexuellem") wo es in Sachen Strafbarkeit (ob und wie hoch) so sehr auf die tatsächliche oder unterstellte Motivation des Täters und nicht etwa auf einen tatsächlich verursachten oder potentiell möglichen Schaden geht?

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Ihr könnt mir gerne über den Messenger Tox schreiben: 6FF9148C336F669EB36E99CE662CA787234D631388E511B27416AFDD96A3B76066CAB4AE34EA
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BeitragVerfasst: 29.04.2021, 16:49 
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Die in der Zeit veröffentlichte Geschichte des jetzt verurteilten Pedo-Täters Metzler wurde inzwischen von seinen Anwälten gelöscht, deshalb hier noch einmal der Originaltext.

Eines Morgens wird Rafaela Jahn* von einer Instagram-Nachricht geweckt. Es ist keine nette Nachricht, kein "Wie geht’s?", ja nicht einmal ein Wort. Nur zwei glotzende Augen: kleine Pupillen, riesige schwarze Iris, weiß umrandet – ein Emoji. Etwas aufdringlich vielleicht. Aber es kam ja nicht von irgendwem.

Früher kannte Rafaela Jahn, heute Anfang 40, den Fußballprofi Christoph Metzelder nur aus dem Fernsehen. Sah, wie er die Gegner auf dem Rasen ablief. Wie sein Trikot fleckig wurde von den vielen Grätschen. Wie er in den Interviews nach Spielende kein einfältiges Zeug zum Besten gab wie die anderen. Wie er 2006 mit der deutschen Nationalmannschaft ein ganzes Land begeisterte. "Ich war fasziniert von ihm. Er war für mich kein normaler Fußballer, sondern ein Mann, der meint, was er sagt. Ein Macher, kein Träumer." Und plötzlich, an diesem 8. November 2018, meldete sich dieser Star bei ihr, nachdem sie kurz zuvor seine Followerin bei Instagram geworden war. Einfach so. "Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut."

Diese Geschichte begann mit einer Überraschung. Und sie wird mit einem Schock enden.

Rafaela Jahn sitzt vor wenigen Wochen an einem eisigen Wintertag in einem Hamburger Hotel. Sie will erzählen, wie aus einem harmlosen Flirt ein Skandal erwachsen konnte, in dem es um Bilder geht, die sexuelle Gewalt gegen Kinder zeigen. Bilder, die der beliebte, sozial engagierte Bundesverdienstkreuzträger Christoph Metzelder laut Anklage der Staatsanwaltschaft Düsseldorf an Rafaela Jahn geschickt haben soll. Und sie will erzählen, was ihr selbst widerfuhr, nachdem sie mit diesen Bildern zur Polizei gegangen war. Denn plötzlich geriet Jahn selbst in den Fokus der Ermittler – aber der Reihe nach.

Im November 2018 fühlt sich Rafaela Jahn wie im Traum. Der Mann, den sie aus der Ferne anschwärmt, der bei Real Madrid spielte und bei Borussia Dortmund, ist plötzlich ganz nah. Es dauert nicht lang, da wird aus den glotzenden Augen ein leidenschaftlicher Austausch. Sie schickt ihm ein Selbstporträt mit nichts als einem Fußballtrikot an, er möchte mehr sehen. Er erzählt ihr von seiner Stiftung, mit der er Kinder und Jugendliche unterstützt. Sie ist hingerissen von seiner Art.

Die beiden sind einander noch nie begegnet, als sie schon davon fantasieren, eine Familie zu gründen. Das sei natürlich verliebte Spinnerei gewesen, sagt Rafaela Jahn heute. Sie habe zunächst das Gefühl gehabt, er habe austesten wollen, ob sie ihm ein Kind anhängen wolle. "Aber er war dann sehr fixiert auf dieses Thema, und ich fand es schön."

Eine erste geplante Verabredung im November platzt kurzfristig, Anfang Dezember treffen sie sich erstmals in einem italienischen Restaurant in Hamburg. Sie sitzen eineinhalb Stunden an einem größeren Tisch, Rafaela Jahn hat das Gefühl, als wollten alle Anwesenden sie beide verkuppeln. Sie habe eine magische Anziehungskraft zwischen ihnen verspürt. Doch da Metzelder zu viele Leute dort kennt, passiert nichts weiter. Weihnachten, Silvester, das Frühjahr gehen vorbei, doch der Chat setzt sich fort – und wird immer expliziter. Ende Mai 2019 treffen sich Rafaela Jahn und Christoph Metzelder schließlich in einem Hotel an der Hamburger Alster. Spät am Abend holt sie an der Hotelbar zwei Moscow Mule, dann klopft sie an die Tür des Zimmers 528. Erst am nächsten Morgen wird sie wieder nach Hause gehen. Dann meldet sie sich erst mal nicht mehr.

Drei Tage später schickt Metzelder ihr ein Kuss-Smiley. Wieder vergeht etwas Zeit, hin und wieder schreiben sie sich, meist kurz, mal nebensächlich, oft anzüglich. Anfang August kommt es zum Austausch über sexuelle Tabus. Als sie schreibt, was für sie alles nicht infrage kommt, antwortet er, dies seien aber viele Einschränkungen. Er fände einen Dreier schon geil, ob Mann oder Frau, sei ihm egal, aber: gerne jung. Was das denn für ihn heiße, will Rafaela Jahn wissen. Circa 18, antwortet Metzelder. Und versieht die Nachricht mit einem Smiley, das die Zunge rausstreckt.

Rafaela Jahn hält inne auf ihrem Hamburger Hotelsofa. Holt tief Luft und sagt: "Das war für mich der Moment, ab dem ich mir Fragen gestellt habe. Wenn er 18 sagt, meint er dann eher 15 oder 16?" Und dann habe er dieses beunruhigende Wort gebraucht: Teenager. Seine Fantasie sei es, mit ihr zusammen einen Teenager zu verführen, ob Junge oder Mädchen, sei egal. Wenn sie das nicht anmache, sei das okay. Es sei ja erst mal nur eine Fantasie. Sie habe dann versucht, das Thema umzulenken, er sei aber rasch wieder darauf zurückgekommen. "Dann habe ich den Entschluss gefasst, herauszufinden, was er wirklich will."
"Wenn er so was machen würde, kann ich nicht tatenlos zusehen"

Er stehe nicht auf Männer, schreibt Christoph Metzelder, deswegen junge Boys oder junge Girls. Die seien unschuldig und könnten noch geformt werden. Außerdem sei das ja auch ein bisschen verboten. Warum offenbart dieser Fußballstar das alles so ungeschützt? Die beiden kennen sich praktisch kaum, waren ein einziges Mal miteinander intim. Sie ist perplex. Sie spürt, sie steht an einer Weggabelung. Soll sie sich einfach tonlos verabschieden, sich nie wieder melden, ihn vergessen, so wie es wohl viele in ihrer Lage getan hätten? Oder soll sie mitspielen, um zu erfahren, wie weit er geht? "Ich habe lange nachgedacht, und dann war für mich klar: Wenn er so was machen würde, dann kann ich nicht tatenlos zusehen."

Es ist der Vormittag des 9. August 2019, an dem sich Rafaela Jahn nach vier Tagen Funkstille wieder bei Christoph Metzelder meldet. "Ich habe ihm vorgespielt, dass er mein Interesse geweckt hat, und habe ihn angelogen." Die Vorstellung, schreibt sie an ihn, sei zwar pervers, und sie sei von sich selbst überrascht, aber sie habe sich da im Internet so einen Film angesehen, der zeigte "so was junges unschuldiges verbotenes unreifes wie du es gesagt hast". Der habe sie angemacht. Sie wäre dabei, bei so einem Dreier. Er könne entscheiden, wie alt die gemeinsame Gespielin sein soll. Metzelder antwortet, noch jünger als 14, und schön schmal solle sie sein. Er kündigt ihr an, Bilder über WhatsApp zu schicken. Danach könne sie selbst entscheiden.

Das erste Foto von einer Handynummer, die die Ermittler später zweifelsfrei Metzelder zuordnen, schickt er am 10. August um 19.09 Uhr. Ein Mädchen, vielleicht zehn Jahre alt, nackt im Schnee. "Ich war schockiert, auch wenn da keine sexuellen Handlungen zu sehen waren. Aber sie war noch so jung!" Rafaela Jahn sagt, sie habe sich zwingen müssen, weiter mitzuspielen. Und ihm geschrieben, dass es keine Tabus zwischen ihnen geben soll. Da kommt schon das nächste Bild. Diesmal ist es ein nacktes Mädchen am Strand, vier, vielleicht fünf Jahre alt. "Das hat mich zerstört", sagt Rafaela Jahn. Noch heute, etwa anderthalb Jahre später, vergehe kein Tag, ohne dass sie daran denke. Und es waren nicht die letzten Bilder, die sie bekommen sollte.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft wird am 21. August 2019 beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für die Privatwohnung und die Räume von Christoph Metzelders Stiftung "Zukunft Jugend" beantragen. Metzelder sei verdächtig, "es unternommen zu haben, einer anderen Person den Besitz an pornographischen Schriften (...) zu verschaffen". Und zwar, indem er Rafaela Jahn Bilder geschickt habe, "die sexuelle Handlungen von und an Personen unter vierzehn Jahren (Kind) zum Gegenstand haben".

Eines zeige ein augenscheinlich unter zehnjähriges Mädchen mit Zopf, welches am Glied eines Mannes den Oralverkehr vollziehe. Auf einem anderen sei ein etwa zehnjähriges dunkelblondes nacktes Mädchen zu sehen, mit gespreizten Beinen rittlings auf einem Mann sitzend. Sie greife sich in die Haare. Metzelder kommentiert dieses Bild mit den Worten, sie sehe aus, als hätte sie Lust, gefickt zu werden.

Der Chat, in dessen Verlauf Christoph Metzelder derartige Fotos an Rafaela Jahn geschickt haben soll, wird in den späten Abendstunden des 10. auf den 11. August 2019 immer drastischer. Sie gibt vor, sich alles mit ihm vorstellen zu können. Christoph Metzelder fragt, ob sie zusammen eine Kleine verführen wollen. Er schlägt vor, Rafaela solle ihre Nichten im Urlaub zu sich holen, die sie sich ausgedacht hat. Vier und neun Jahre alt sollen sie angeblich sein und im Ausland leben. Sie solle ihm eine Kleine besorgen, schreibt er. Dies begründe noch keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Straftat, wird der zuständige Staatsanwalt später notieren. Zwar enthalte dieser Austausch eine formale Einigung über den möglichen Tatort (Sylt) eines schweren sexuellen Missbrauchs, jedoch mangele es an den für eine Tatbegehung nötigen Einzelheiten.

Als Rafaela Jahn am nächsten Morgen aufwacht, sei sie nicht mehr dieselbe gewesen. "Ich wusste nicht, wohin damit, habe niemandem vertraut, auch nicht der Polizei." Die hatte kurz zuvor im Missbrauchsskandal von Lügde ein desaströses Bild abgegeben, als auf einem Polizeirevier Beweismaterial verschwunden war. Sie sucht Rat bei einer engen Freundin. Diese vermittelt sie an einen Polizeibeamten in Osnabrück, dem sie vertrauen könne. Ihm schickt Rafaela Jahn die Chats. Da sie Angst hat, das Material könnte dort einfach verschwinden, wendet sie sich an eine zweite Freundin, um eine weitere Zeugin zu haben.

Diese weiht einen Journalisten ein, den sie Jahn als Vertrauten und Polizeireporter vorstellt, der genau wisse, was zu tun sei. Dass er bei der Bild arbeitet, habe er ihr erst später offenbart. Sie habe ihm keine Beweise überlassen. Dieser Reporter habe schließlich beim Landeskriminalamt angerufen und ihr angekündigt, es werde sich jemand bei ihr melden. "Keine fünf Minuten später haben sie mich einbestellt", sagt Rafaela Jahn. In der folgenden Vernehmung erzählt sie die ganze Geschichte und überlässt den Beamten ihr Handy. Daraufhin wird ein Ermittlungsverfahren gegen Metzelder eröffnet. Und auch eines gegen Rafaela Jahn – doch das erfährt sie erst viel später. Aus der Presse.
Die Staatsanwaltschaft hält auch sie für verdächtig

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ist sie verdächtig, sich durch ihr Verhalten kinderpornografische Bilder verschafft zu haben. Sie habe zudem "mehrere Tage" gewartet, bis sie sich an die Polizeibeamten gewandt habe, und selbst keine Strafanzeige erstattet. Dem widerspricht ihr Anwalt Leon Kruse. Tatsächlich habe sie sich bereits innerhalb von 24 Stunden an den Polizeibeamten in Osnabrück gewandt und die Dateien anschließend an dessen dienstliche Mailadresse geschickt. Damit habe sie eine Strafanzeige erstattet. "Für das gesamte Vorgehen der Staatsanwaltschaft habe ich deshalb kein Verständnis", sagt Kruse. "An der Verfolgung meiner Mandantin besteht kein öffentliches Interesse. Das Verfahren hätte ohne Auflage eingestellt werden müssen." Das sah die Staatsanwaltschaft anders und hat, nachdem sie zunächst eine Einstellung gegen eine Auflage von 300 Euro vorgeschlagen hatte, einen Strafbefehl beantragt. Würde dieser vom Gericht erlassen, müsste Rafaela Jahn dagegen Einspruch einlegen. Dann käme es zu einer Hauptverhandlung.

Das Amtsgericht versucht, zwischen den Seiten zu vermitteln. Um sich einen "Spießrutenlauf" in einem Prozess zu ersparen, wie Leon Kruse es formuliert, ist Rafaela Jahn bereit, die Einstellung gegen die ursprünglich von der Staatsanwaltschaft geforderte Auflage in Höhe von 300 Euro zu akzeptieren. Als das Ganze in der vergangenen Woche fixiert werden soll, fordert die Staatsanwaltschaft aber plötzlich 500 Euro – "wegen der späten Einsicht der Angeschuldigten" und da sie sich zuvor gegen die Einstellung gewehrt habe. "Die Staatsanwaltschaft missbraucht hier die ihr vom Gesetzgeber übertragene Macht", sagt Kruse. Das Strafrecht sehe keine "Verfahrensstrafe" vor, "um nichts anderes aber handelt es sich hier. Die Erhöhung des Betrages ist rechtswidrig." Vor allem: Rafaela Jahn hat eine Einstellung nie verweigert, sondern sich lediglich Bedenkzeit erbeten.

Ob nun 300 Euro oder 500 Euro, darauf kommt es ihr am Ende aber wohl nicht an. Geld, sagt sie, sei nicht der tatsächliche Preis, den sie für ihren Kontakt zu Christoph Metzelder zahle. Dieser seien all die Momente, in denen sie kleine Kinder sehe und Angst bekomme, weil sie daran denken müsse, was "er" am liebsten mit ihnen anstellen würde. Rafaela Jahn sagt, sie habe zwar Verständnis dafür, dass Ermittlungen gegen sie eingeleitet wurden, nicht aber für das Ergebnis. "Ich frage mich, was das für ein Zeichen ist an all die Frauen, die auch mal in so eine Lage kommen. Sie sollten doch ermutigt werden, aufzustehen, so etwas nicht zuzulassen."

Und Christoph Metzelder, der Ex-Fußballstar? Von der ZEIT auf die Vorwürfe angesprochen, erfolgte von seinem Verteidiger keine Reaktion. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vom 27. August 2020, die das Verfahren wegen seines Wohnsitzes übernommen hat, wirft ihm den Besitz von 297 kinderpornografischen Bildern vor. Zudem soll er in 29 Fällen einer anderen Person den Besitz verschafft haben. Das zuständige Amtsgericht Düsseldorf hat die Anklage Anfang dieser Woche zugelassen. Die Hauptverhandlung soll am 29. April beginnen.

In einer Pressemitteilung hat das Gericht Details aus der Anklage öffentlich gemacht, wogegen sich Christoph Metzelder im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes gewehrt hat. Seine Anwälte beantragten, die Mitteilung entfernen zu lassen. Erstinstanzlich scheiterte das Begehren. Laut Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf beruht die Anklage unter anderem "auf der geständigen Einlassung" Metzelders. Eine Löschung der Pressemitteilung sei nicht zu veranlassen. Mit neuem Rechtsanwalt ging Metzelder in die nächste Instanz: Eine geständige Einlassung habe es nie gegeben. Die Beschwerde hatte beim Oberverwaltungsgericht Münster teilweise Erfolg. Der zuständige Vierte Senat verfügte die Löschung der Pressemitteilung. Gleichwohl gingen die Richter davon aus, dass "der Antragsteller (...) selbst von einer erdrückenden Beweislage ausgegangen" sei.

Christoph Metzelder habe, so das Verwaltungsgericht Düsseldorf, über Jahre den Eindruck "einer junge Menschen verantwortungsvoll begleitenden und unterstützenden Person" erzeugt. Die ihm vorgeworfenen Taten ließen "den an sich anerkennenswerten Einsatz (...) in einem anderen Licht erscheinen".

Der ehemalige Fußballprofi ist praktizierender Katholik. In den frühen 2000er-Jahren engagierte er sich als "Schutzengel" im Verein Roter Keil gegen Kinderprostitution und sexuelle Gewalt an Kindern. Diesem Einsatz verdankte er im Januar 2005 eine Audienz bei Johannes Paul II. Metzelder überreichte dem Papst ein Buch, an dem er mitgeschrieben hatte. Im Klappentext heißt es: "Kindheit ist ein zerbrechliches Paradies, das unseren Schutz braucht."

Anm. d. Red.: Die ZEIT hat mit Psychologen und Kinderschutz-Experten gesprochen. Sie raten dazu, die brutale sexuelle Gewalt in kinderpornografischen Bildern genau zu benennen. Verharmlosende Sprache schütze die Täter, nicht die Opfer (Quelle: ZEIT.de)
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BeitragVerfasst: 03.05.2021, 22:57 
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Registriert: 02.02.2021, 08:00
Beiträge: 228
Danke panda.

Das ist ja Wahnsinn! Der Mann kann auswandern :wegrenn:

(dabei sieht der so klasse aus :oops: )

_________________
Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
Du warst mir ein Freund und Vater. Ich liebe dich.
:herz:

EIN KAKTUS IST NICHTS WEITER ALS EINE SCHWER BEWAFFNETE GURKE
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BeitragVerfasst: 04.05.2021, 17:54 
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Registriert: 11.12.2020, 09:37
Beiträge: 21
Er soll laut Wikipedia auch ziemlich groß sein, so 1,94 riesig, dadurch fällt er immer auf und kann nicht in der Menge untertauchen: "Da schau mal, da kommt der Kinderschänder". By the way, die Verteidigungsstrategie seines Anwaltes ist ziemlich schéisse, die Erledigung per Strafbefehl wäre deutlich geräuschloser gewesen. Wenn dieser darüber hinaus noch alle berichtenden Medien verklagt, wird die Journaille erst recht sauer und berichtet in epischer Breite, ist ja verständlich.
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