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naylee
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Kinder und Pornos

Beitrag von naylee »

Schmunzeln musste ich bei diesen Zeilen, die ich eben las:

https://www.sueddeutsche.de/bildung/pornokompetenz-fuer-kinder-aufklaerung-nach-dem-sexuellen-overkill-1.1922576
Kinder müssen demnach erklärt bekommen, was sie auf dem Bildschirm gesehen haben, so die zeitgemäße Forderung. Die Aufklärung des Kindes ist heute oft kein Gespräch mehr, das auf etwas vorbereitet, nämlich auf die Konfrontation mit dem Thema Sex. Vielmehr ist sie eine Nachbereitung dieser Konfrontation - den Akt haben die Kinder schon gesehen, explizit und gut belichtet. Nun geht es darum, dass sie ihn auch verstehen.
Ähm... ja. Wenn man Kinder schon mit 11 oder 10 Jahren auf Pornos vorbereiten muss heutzutage, dann frage ich mich zwei Dinge:

1. Ist das überhaupt verwerflich?
2. Warum?

Gut, man könnte argumentieren, der größte Teil der Pornografie sei sexistisch und würde die Frauen in eine passive Rolle drängen. Sexuelle Verfügbarkeit für den Mann ist demnach das anzustrebende Ziel. Dass dies kein adäquates Selbstbild für Mädchen und Frauen sein kann, steht außer Frage.

Man könnte auch argumentieren, der derzeitig moderne Hochleistungs-Rammel-Spritz-und-Squirt-Bums hätte nicht viel mit Liebe zu tun und gibt den Kindern somit auch falsche Vorstellungen mit auf den Weg. Auch das muss ich uneingeschränkt gelten lassen.

Aber wo ist denn eigentlich das Problem? Erst kürzlich sah ich einen halbwegs aktuellen James-Bond-Film. Nein, ich habe ihn mir nicht ausgesucht, es war eher ein Ich-will-den-Mist-mal-gesehen-haben-Ding. Freigegeben ab 12 Jahren. Zufälligerweise also jenes Alter, in dem Kinder heutzutage mit Pornografie in Kontakt kommen.

Ich schaute mir also eine halbe Stunde dieses Mülls an und stellte fest:

- Mindestens zwei Dutzend Menschen wurden erschossen, deutlich sichtbar gefilmt.
- Viele von diesen Menschen wurden mit vollautomatischen Militärwaffen niedergemäht
- Die Frauen haben einzig und allein die Rolle der Verführerin. Sexistisch ohne Ende.
- Der maskulin wirkende Hauptdarsteller glänzt durch markante Sprüche und latenten Chauvinismus.
- Gut und Böse sind klar erkennbar.

Wo ist denn da der Unterschied zur Pornographie?

- Die Frau ist dem Manne untertan (Verfügbarkeit / Wollüstigkeit).
- Pure Gewalt (Rudel-Rammel-Bums / Waffenschau).
- Gut und Böse ist ebenfalls klar getrennt (die gute Frau hält still / die guten Absichten des James)

Warum sollte man nicht generell Pornos auch für Kinder freigeben, wenn doch Spielfilme mit nahezu gleichen Rollenvorbildern für Kinder erlaubt sind? Doch nur wegen der Freizügigkeit. Vulven. Penisse. Ejakulat. Das ist eklig und sollte im Verborgenen bleiben. Doch warum eigentlich? Wussten wir zu meiner Grundschulzeit nicht alle, wie Bumsen ging? Wir wussten nur nicht, dass man der Frau auch gehörig in die Muschi oder ins Gesicht wichst hinterher. Der ganze Rest aber war uns bekannt. Titten kneten. Muschi auf Pimmel. Pimmel in Muschi. Selbst das Küssen der Muschi war kein Geheimnis für uns.

Warum also tun wir uns so schwer das zu akzeptieren und Kindern ebenjenes zugänglich zu machen, was sie selbst hat entstehen lassen? Verstehe ich nicht...
Wie nur kann ich derjenige sein, vor dem die Kinder dieser Welt gewarnt werden, von dem sie sich fernhalten sollen, wenn sie doch meine Gegenwart ganz und gar erbaulich finden?
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Leni
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Leni »

Die für mich wichtigste Botschaft in diesem Zusammenhang an meine Kinder ist, es ihnen klarzumachen, dass Pornos nicht real sind. Alles, was in Filmen und auf Bildern gezeigt wird, ist von den Darstellerinnen und Darstellern gespielt. Es gibt ein Drehbuch. Es ist alles inszeniert.
Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
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Flaubert
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Flaubert »

Ich glaube, der Vergleich von Naylee scheitert an einem entscheidenden Punkt: Pornografie und Spielfilme erfüllen völlig unterschiedliche Funktionen.

Pornografie ist nicht dafür gemacht, Kindern oder Jugendlichen Sexualität zu erklären. Sie wird produziert, um Erwachsene sexuell zu erregen. Deshalb werden dort Körper, Beziehungen und Sexualität bewusst verzerrt dargestellt. Das ist keine moralische Bewertung, sondern der Zweck dieses Mediums.

Dass James-Bond-Filme problematische Rollenbilder oder Gewalt enthalten, kann und sollte man ebenfalls kritisch diskutieren. Aber aus der Tatsache, dass es in einem Medium fragwürdige Inhalte gibt, folgt nicht, dass man ein anderes Medium mit einem völlig anderen Zweck deshalb ebenfalls für Kinder freigeben sollte.

Aus pädagogischer Sicht geht es auch nicht darum, Nacktheit oder Sexualität zu tabuisieren. Im Gegenteil: Kinder brauchen altersgerechte Sexualaufklärung, in der offen über Körper, Gefühle, Beziehungen, Konsens und Grenzen gesprochen wird.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Kennen Kinder das sowieso?“ oder „Haben sie das untereinander schon entdeckt?“, sondern: „Unterstützt dieses Medium ihre Entwicklung?“

Dass Kinder neugierig auf Sexualität sind, ist normal. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Medium, das Sexualität zeigt, auch für ihre Entwicklung geeignet ist.
Meine Meinung.
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Leni
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Leni »

Stimmt!
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naylee
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von naylee »

Natürlich. Man kann eine Entscheidung nicht mit einer anderen rechtfertigen. Obwohl das in der Justiz generell getan wird...

Warum aber ist Gewalt und Sexismus akzeptiert? Weil es der Unterhaltung dient? Was hat ein 12-jähriges Kind davon, wenn es am Modell lernen kann, wie man andere Menschen umpustet?

Warum wird das eine verteufelt, während das andere gefeiert wird?
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Flaubert
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Flaubert »

naylee hat geschrieben: 20.07.2026, 05:51 Natürlich. Man kann eine Entscheidung nicht mit einer anderen rechtfertigen. Obwohl das in der Justiz generell getan wird...

Warum aber ist Gewalt und Sexismus akzeptiert? Weil es der Unterhaltung dient? Was hat ein 12-jähriges Kind davon, wenn es am Modell lernen kann, wie man andere Menschen umpustet?

Warum wird das eine verteufelt, während das andere gefeiert wird?
Da würde ich dir sogar teilweise zustimmen. Ich halte auch viele Actionfilme, Horrorfilme oder brutale Computerspiele für Kinder und Jugendliche für problematisch. Dass Gewalt in unseren Gesellachaften oft deutlich selbstverständlicher dargestellt wird als Sexualität, ist durchaus eine berechtigte gesellschaftliche Frage.

Ich sehe aber einen entscheidenden Unterschied: Ab einem gewissen Alter verstehen die meisten Kinder, dass ein Film eine Inszenierung ist. Sie wissen, dass der Schauspieler nach der Szene wieder aufsteht, dass Explosionen und Monster nicht real sind und dass niemand tatsächlich gestorben ist – auch wenn solche Inhalte sie emotional belasten oder ängstigen können.

Bei Pornografie ist das schwieriger. Das Gezeigte wirkt auf den ersten Blick wie echter Sex zwischen echten Menschen. Dass dahinter ein Drehbuch, Regie, Kamerawinkel, Schnitte, Schauspieler und eine Produktion stehen, erkennen Kinder und viele Jugendliche oft nicht. Sie nehmen das deshalb leichter als Vorlage dafür, wie Sexualität tatsächlich aussieht oder aussehen sollte.

Genau darin liegt aus meiner Sicht das pädagogische Problem. Nicht in der Tatsache, dass dort nackte Körper zu sehen sind, sondern darin, dass eine hochgradig inszenierte Form von Sexualität als scheinbar normale Realität wahrgenommen werden kann. Deshalb brauchen Kinder keine Pornografie als Einstieg in das Thema, sondern eine altersgerechte Sexualaufklärung, die Realität und Inszenierung voneinander unterscheiden hilft.
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Mitleser
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Mitleser »

Flaubert hat geschrieben: 20.07.2026, 14:39 Ich sehe aber einen entscheidenden Unterschied: Ab einem gewissen Alter verstehen die meisten Kinder, dass ein Film eine Inszenierung ist. Sie wissen, dass der Schauspieler nach der Szene wieder aufsteht, dass Explosionen und Monster nicht real sind und dass niemand tatsächlich gestorben ist – auch wenn solche Inhalte sie emotional belasten oder ängstigen können.
Würde für Pornos nicht das Gleiche gelten, wenn diese nicht so in der "Schmuddelecke" stünden, sondern ganz normal zum Alltag gehörten? Für Filme gibt es ein mehrstufiges Jugendschutzsystem, wo Gewalt, Erotik und Co. klassifiziert werden, so dass diese den Kindern und Jugendlichen je nach Alter zugänglich gemacht werden oder auch nicht (dass so manche Einstufung fragwürdig ist, steht auf einem anderen Blatt, aber hier geht es ja erst einmal um das Prinzip an sich).

Pornos sind aber grundsätzlich "FSK18", egal, ob es sich nun um einen grotesk verzerrten Fetisch-Gewalt-Porno oder um einen noch halbwegs realistischen "Softporno" handelt. Jugendliche machen in der Regel mit 12, 14 oder 16 erste sexuelle Erfahrungen mit Gleichaltrigen, aber jegliche Darstellung hiervon würde automatisch in die Rubrik "Kinderpornografie" bzw. "Jugendpornografie" fallen. Aufklärungsbücher wie "Zeig mal" sind bereits vor Jahrzehnten in Ungnade gefallen, weil dort u. a. ein Foto von einem erigierten Penis eines Jungen zu sehen war, ein alltägliches Ereignis für jeden Jungen in der Pubertät, aber die Gesellschaft dreht am Rad und ruft sofort "KiPo!"-

Man gibt sich in Sachen Sexualität ach so fortschrittlich, und es ist total "in", Serien wie "Sex and the City" zu schauen, aber wehe, da ist nur ein bisschen zu viel nackte Haut zu sehen, während in Actionfilmen mit FSK 16 das Blut gerne spritzen darf. Die Darstellung von Gewalt ist in der Gesellschaft ohne weiteres akzeptiert, ist ja alles nur eine Inszenierung, und es darf gerne tief in die Klischeekiste gegriffen werden. Pornos sind exakt genauso klischeebehaftet und mit verzerrter Realität dargestellt, aber da sollen Jugendliche plötzlich nicht mehr unterscheiden können, was echt ist und was nicht?

Letztendlich sind Pornos ja ohnehin nur so spannend, weil man dort eben Dinge sieht, die man in der Realität halt nicht zu Gesicht bekommt, und daher ist der Reiz, sie heimlich anzuschauen, einfach riesengroß. Früher gab es in der "Bravo" noch Nacktaufnahmen von Jugendlichen, mit denen man erklärt hat, dass es eben völlig normal ist, dass Mädchen und Jungen in der Pubertät nicht immer wie ein Filmstar oder ein Pornodarsteller aussehen, aber so etwas ist im aktuellen gesellschaftlichen Klima ebenfalls völlig undenkbar geworden. Warum sind mittlerweile alle so verklemmt? :?:
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naylee
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von naylee »

Was wäre, wenn man in der Schule über Pornos reden würde? Sicher, es ist ein schambehaftetes Thema. Aber es ist nur deshalb so, weil es eben in der Schmuddelecke steht. Ich kenne 11-jährige Jungs, die wahrscheinlich mehr Pornos gucken als meine beiden Eltern zusammen in ihrem bisherigen Leben. Ich finde es unverantwortlich, so stiefmütterlich damit umzugehen. Es geht mir nicht darum Kinder zu sexualisieren, sondern einfach um einen angemessenen Umgang mit dem Thema.


Aber dafür bringt die derzeitige Welt einfach zu viel Unruhe. Die heilige Bastion der reinen Kindheit ist Wunschtraum, Agenda und Mythos zugleich.
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Flaubert
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Flaubert »

@Mitleser, ich kann deinen Gedanken zum Teil gut nachvollziehen, würde aber trotzdem an einer wichtigen Stelle unterscheiden.

Ich sollte vielleicht erklären, dass ich mich in meinen vorherigen Beiträgen auf Pornovideos (hardcore) bezogen habe, nicht auf Nacktheit, erotischen Darstellungen oder Softcore-Inhalte. Das ist für mich nicht dasselbe.

"Zeig mal" kannte ich tatsächlich nicht. Ich habe es inzwischen gegooglet und finde ehrlich gesagt auch, dass die Reaktionen darauf im Nachhinein ziemlich überzogen wirken. Ein Aufklärungsbuch, das Kindern und Jugendlichen den eigenen Körper zeigt und erklärt, sollte man nicht in die Nähe von Kinderpornografie rücken. Da ist in meinen Augen einiges aus dem Ruder gelaufen.

Bei Pornofilmen sehe ich die Sache trotzdem anders. Natürlich stimmt es, dass Jugendliche irgendwann verstehen können, dass Pornos inszeniert sind – genauso wie Actionfilme. Aber das heißt aus meiner Sicht nicht automatisch, dass sie die Inhalte auch einordnen können. Gerade im Bereich Sexualität fehlt vielen mit 11, 12 oder 13 Jahren schlicht noch die eigene Erfahrung, um zwischen Inszenierung und einer gesunden, gegenseitigen Sexualität zu unterscheiden. Ich merke das immer wieder in Gesprächen in der Schule- Pornografie vermittelt häufig sehr einseitige Bilder von Körpern, Rollen, Lust, Konsens und Erwartungen. Das halte ich – gerade in diesem Alter – für problematisch.

Gleichzeitig wäre es aus meiner Sicht aber genauso falsch, so zu tun, als gäbe es Pornografie nicht. Dass viele Kinder ab etwa 11 oder 12 Jahren neugierig werden und gezielt danach suchen, ist doch schlicht Realität. Deshalb sollte man meiner Meinung nach nicht nur verbieten, sondern vor allem offen darüber sprechen: Was ist Pornografie? Warum ist sie inszeniert? Welche Bilder vermittelt sie? Wo liegen die Risiken? Und warum ist das etwas anderes als echte Sexualität und echte Beziehungen?

Ich glaube, genau diese Gespräche fehlen oft. Zwischen "alles ist tabu" und "ist doch völlig egal" gibt es für mich einen vernünftigen Mittelweg.
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Flaubert
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Flaubert »

naylee hat geschrieben: 20.07.2026, 15:49 Was wäre, wenn man in der Schule über Pornos reden würde? Sicher, es ist ein schambehaftetes Thema. Aber es ist nur deshalb so, weil es eben in der Schmuddelecke steht. Ich kenne 11-jährige Jungs, die wahrscheinlich mehr Pornos gucken als meine beiden Eltern zusammen in ihrem bisherigen Leben. Ich finde es unverantwortlich, so stiefmütterlich damit umzugehen. Es geht mir nicht darum Kinder zu sexualisieren, sondern einfach um einen angemessenen Umgang mit dem Thema.


Aber dafür bringt die derzeitige Welt einfach zu viel Unruhe. Die heilige Bastion der reinen Kindheit ist Wunschtraum, Agenda und Mythos zugleich.
Wir reden in der Schule über Pornos, dass gehört curricular bei uns dazu. Im Rahmen der "ESI" (Educación Sexual Integral).
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Mitleser
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Mitleser »

Ja, es ist wichtig, z. B. in der Schule darüber zu reden und das verkorkste Bild geradezurücken. Mit der heutigen Verbreitung von Internet, Smartphone und Co. sind Pornos auch für Grundschüler nur einen Klick entfernt, die "Alterssperren" in den meisten Ländern immer noch ein Witz, und wenn so ein Clip einmal irgendwo in den sozialen Medien landet, macht der sehr schnell seine Runde im Klassenchat. Und wenn die Kids dann auf die Idee kommen, ihre eigenen "Pornos" zu drehen, steht sehr bald die Polizei vor der Tür.

Damals, als ich in dem Alter war, gab's noch kein Internet, mein Wissen über "Liebe, Sex und Zärtlichkeit" (so hieß glaube ich die "Dr. Sommer"-Rubrik in der "Bravo") stammt (neben dem Sexualkundeunterricht in der Schule) hauptsächlich aus selbiger Zeitschrift und auch aus den "Zeig mal"-Büchern, die ich damals - schamhaft versteckt unter einem Stapel unverfänglicher Bücher - in der örtlichen Bibliothek ausgeliehen hatte. Ich sehe heute noch das wissende Lächeln der Bibliothekarin vor mir, als sie den Barcode für die Ausleihe scannte... :oops:

Gelegentlich fand man auch mal einen "Playboy" oder eine ähnliche Zeitschrift im Altpapier, das damals noch in einem Container in der Dorfmitte gesammelt, mit großen, schweren Klappen an der Oberseite, die meist offen standen, so dass man dort herumwühlen konnte. Manch einer hatte wohl auch heimlich die Porno-Sammlung seines Vaters im Regal entdeckt, und ich fand damals ein Ganzkörperfoto eines nackten kleinen Mädchens in den "Eltern"-Zeitschriften meiner Eltern, wo verschiedene Hautkrankheiten usw. beschrieben wurde. Leider, leider hatte ich mich nicht getraut, das Foto auszuschneiden, und irgendwann waren die Zeitrschriften verschwunden, wahrscheinlich entsorgt. :cry:

Ich denke mal, die meisten Kinder sind einfach nur neugierig, so wie ich damals, und da wären harmlose Bilder oder Filme à la "Zeig mal" genau das richtige, aber heutzutage gibt es ja vermutlich ausschließlich Zeichnungen und Animationen, weil man sich nicht mehr traut, sowas mit echten Darstellern aufzunehmen. Irgendwie ist das schon verrückt, heute könnte man das sogar einfach mit KI realisieren, aber sofort würden die "Hüter der Moral" auf die Barrikaden gehen und den Untergang des Abendlandes proklamieren. :roll:
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Leni
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Re: Kinder und Pornos

Beitrag von Leni »

Flaubert hat geschrieben: 20.07.2026, 15:56
Gleichzeitig wäre es aus meiner Sicht aber genauso falsch, so zu tun, als gäbe es Pornografie nicht. Dass viele Kinder ab etwa 11 oder 12 Jahren neugierig werden und gezielt danach suchen, ist doch schlicht Realität. Deshalb sollte man meiner Meinung nach nicht nur verbieten, sondern vor allem offen darüber sprechen: Was ist Pornografie? Warum ist sie inszeniert? Welche Bilder vermittelt sie? Wo liegen die Risiken? Und warum ist das etwas anderes als echte Sexualität und echte Beziehungen?

Ich glaube, genau diese Gespräche fehlen oft. Zwischen "alles ist tabu" und "ist doch völlig egal" gibt es für mich einen vernünftigen Mittelweg.
Genau das ist für mich als Eltern wichtig.
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Du warst mir ein Freund und Vater.
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