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BeitragVerfasst: 24.10.2009, 23:55 
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Missbrauchstäter
Phänomenologie - Psychodynamik - Therapie


Saskia Heyden / Kerstin Jarosch
Mit einem Geleitwort von Rolf Schmidts


Neuerscheinung vom 09. Oktober 2009 Schattauer-Verlag für Medizin und Naturwissenschaften
ISBN 978-3-7945-2633-8 (Print)
ISBN 978-3-7945-6375-3 (eBook)


Wenige Schlagzeilen lösen in den Medien ähnliche Emotionen und Ängste, aber auch Vorurteile aus wie die Berichte über den sexuellen Missbrauch und die Misshandlung von Kindern. Dieses Werk setzt sich auf wissenschaftlicher Basis umfassend mit dem Thema Kindesmissbrauch auseinander. Ohne das Schicksal der Opfer zu vernachlässigen, legen die Autorinnen den Fokus auf die Täter und gehen u.a. folgenden Fragen nach: Wie entsteht Missbrauchsverhalten? Welche Folgen hat sexueller Kindesmissbrauch? Gibt es besondere Merkmale und (psychische) Auffälligkeiten von Tätern? Welche Typen von Tätern gibt es? Wie können wirksame Behandlungskonzepte aussehen? Auch die Verbindungen zwischen Gewalt- und Vernachlässigungserfahrungen und Missbrauchsverhalten werden gezeigt.

http://www.schattauer.de/shop/product_i ... aeter.html

Intention der Autorinnen war von Anfang an, das Thema einmal von dieser Seite zu beleuchten, wertfrei und rein wissenschaftlich. Den Opfern wird viel (Medien)Aufmerksamkeit gegeben, d. h. es widmet sich die Gesellschaft und auch die Forschung in Deutschland zu wenig den Tätern. Das wollten die Autoren ändern und wollen in einen Dialog treten, denn nur die Frage nach dem "Warum" und eine eingehende wertfreie Ursachenforschung kann nach ihrer Ansicht dazu führen, das Problem wirksam und langfristig zu bekämpfen. Im Rahmen der Recherche (viele Fallbeispiele) wurden viele Täter persönlich kennen gelernt und auch versucht zu verstehen. Das mal mehr mal weniger gelungen, doch wichtig war zu erkennen, dass nicht alle gleich sind. Unterchiedliche Leben und unterschiedliche Ursachen. All das wurde verarbeitet, um Fachpersonen einen Einblick zu gewähren, aber letztlich auch, um den Tätern (und vielleicht früheren Opfern??) die Chance zu geben, sich und ihr Leben zu verstehen und somit einen Ansatz zu haben, sich selbst zu helfen oder Hilfe zu finden, so sie es wollen.

_________________
In der Jugend studiert man Erwachsene, um klug zu werden.
Im späteren Leben studiert man Kinder, um glücklich zu werden.

(Peter Rosegger)
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BeitragVerfasst: 25.10.2009, 15:31 
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Habe mal ein Rezensions-Exemplar angefordert. Normalerweise habe ich ein solches Gratis-Exemplar von anderen Verlagen immer erhalten. Aber was ist heutzutage schon "normal". Es scheint sich der Berliner Charitee anzuschließen. Vielleicht steht doch etwas interessantes oder sogar für uns wichtiges und positives drin - wenn man genauer hinschaut. Übrigens: Wer eine Rezension schreibt und diese gerne anonym veröffentlicht haben möchte, der teilt mir dies gerne mit bzw. postet diese hier rein. Ich kann diese dann gut verwenden, danke.

Maximo
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BeitragVerfasst: 25.10.2009, 22:50 
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Na ja, wenn ich mir so das Inhaltsverzeichnis anschaue, klingt das nicht nach für den Laien 40 gut angelegten Euros. Außerdem scheint das alles recht Mainstreamlastig zu sein. Unter der Rubrik "Therapieziele" gibt es beispielsweise drei Abschnitte, die darauf schließen lassen, worum es in dem Buch geht:

- Verantwortungsübernahme
- Entwicklung von Empathiefähigkeit (Entwicklung - hört, hört!)
- Aufbau sozialer Kompetenzen (Aufbau - oho!)

Die Therapieziele sind also durchweg Sachen, deren Fehlen unsereinem aus ideologischen Gründen gern unterstellt wird, deren Vorhandensein uns andererseits aber von Nicht-Mißbrauchsideologen wie Horst Vogt attestiert werden.

Ein Zitat aus dem Vorwort verdeutlicht überdies, aus welcher Ecke die Autorinnen stammen:

"Wünschenswert wäre es, zu bedenken, daß es die "leisen", unentdeckten und oft auch physisch gewaltfreien Taten sind, deren Aufdeckung auf lange Sicht dazu beitrüge, die Anzahl der Täter in den kommenden Generationen zu minimieren. Denn die Frage, ob die unentdeckten Opfer von heute die potenziellen Täter von morgen sind, wird nie ganz verschwinden. Viele Theorien in diesem Buch stützen diese These ganz entschieden."

Wem das noch nicht reicht, der führe sich zu Gemüte, was die Damen über Pädophilie zu sagen haben:

"... hinter der Erotisierung des Kindes steht immer eine Fetischisierung des kindlichen Körpers, die das Erwachsenwerden des Kindes verleugnet und somit das Kind instrumentalisiert. Dannecker (2007, S. 297) etwa spricht von der "Aporie" der Pädosexualität, weil die pädosexuelle Beziehung dann endet, wenn das Ende der Unreife des Kindes herangekommen ist. Dann braucht der Täter ein neues Opfer und macht sich auf die Suche nach einem neuen unreifen Objekt. Mit Liebe hat das nichts zu tun."

Das Übliche also, wenn Mißbrauchsprofiteure unter sich sind. Wissenschaftlich verbrämte Rechtfertigung der "Sonderbehandlung", von der man ganz ordentlich leben kann *gähn*.
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BeitragVerfasst: 25.10.2009, 23:07 
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Khenu Baal hat geschrieben:
Das Übliche also, wenn Mißbrauchsprofiteure unter sich sind. Wissenschaftlich verbrämte Rechtfertigung der "Sonderbehandlung", von der man ganz ordentlich leben kann *gähn*.

Man kann bei Amazon.de eine entsprechende Rezension schreiben und dort online stellen lassen. Das ist auch sehr wichtig,

Maximo
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