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Leni
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Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Leni »

Ich hab das gerade für mich gesucht :( aber vielleicht interessiert es noch jemanden..


Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Noch nie war es so einfach, Informationen in Echtzeit zu konsumieren. Dank sozialer Medien und Smartphones können wir jederzeit auf Nachrichten zugreifen – ob in der Bahn, beim Frühstück oder vor dem Schlafengehen. Diese permanente Verfügbarkeit hat unseren Umgang mit Medien grundlegend verändert.

Während früher eine morgendliche Zeitung oder die abendliche Nachrichtensendung den Informationsfluss strukturierte, sind es heute ununterbrochene Updates, die unsere Aufmerksamkeit fordern.

Diese ständige Präsenz führt dazu, dass viele Nutzer*innen kaum noch abschalten können. Nachrichten werden zwischen privaten Nachrichten, Werbeinhalten und Unterhaltung konsumiert – eine Mischung, die es schwer macht, emotionale Grenzen zu ziehen. Das Smartphone wird so zum ständigen Begleiter, der gleichzeitig informiert und überfordert.

Wie steuern Algorithmen unseren Medienkonsum?

Während eine klassische PTBS häufig nach einem einzelnen, klar umgrenzten Ereignis auftritt – etwa einem Unfall oder einem Überfall – ist die komplexe Traumafolgestörung (KPTBS) weitaus vielschichtiger.

Sie geht nicht nur mit den bekannten Symptomen wie Flashbacks oder Vermeidung einher, sondern zusätzlich mit:

Problemen in der Emotionsregulation – Betroffene haben Schwierigkeiten, Gefühle wie Wut, Angst oder Trauer zu steuern.

Störungen im Selbstbild – es kommt häufig zu tief verankerten Schuld- und Schamgefühlen oder einem Gefühl von Wertlosigkeit.

Beeinträchtigungen im sozialen Miteinander – das Vertrauen in andere Menschen ist erschüttert, was enge Beziehungen stark belasten kann
.
Diese Unterschiede machen deutlich, warum die Behandlung komplexer Traumafolgestörungen besonders anspruchsvoll ist.

Typische Symptome und Verläufe

Ein zentraler Faktor für den modernen Nachrichtenkonsum sind die Algorithmen hinter sozialen Plattformen. Sie analysieren das Verhalten der Nutzer*innen – welche Beiträge geliked, geteilt oder kommentiert werden – und passen die Inhalte entsprechend an.

Diese Mechanismen haben zwei Effekte:

Verstärkung bestehender Interessen: Wer häufig negative oder krisenbezogene Nachrichten liest, bekommt ähnliche Inhalte immer wieder angezeigt.

Erhöhung der Verweildauer: Je emotionaler ein Beitrag ist, desto länger bleiben Nutzer*innen auf der Plattform – was den Algorithmen signalisiert, mehr davon zu zeigen.

So entsteht schnell eine sogenannte Filterblase, in der sich ähnliche Themen, Stimmungen und Perspektiven wiederholen.

Besonders bei Doomscrolling kann dies dazu führen, dass negative Emotionen weiter verstärkt werden, ohne dass neue oder ausgewogene Informationen dazukommen.

Informationsüberflutung und ihr Einfluss auf das emotionale Wohlbefinden

Die Menge an Nachrichten, die täglich auf uns einprasselt, überfordert viele Menschen. Studien zeigen, dass das Gehirn nur eine begrenzte Menge an Informationen verarbeiten kann, bevor Stresssymptome auftreten.

Typische Folgen von Informationsüberflutung sind:

Konzentrationsprobleme und das Gefühl ständiger Anspannung

Emotionale Abstumpfung oder Gleichgültigkeit gegenüber Krisenmeldungen

Schuldgefühle, wenn man sich nicht ausreichend „informiert“ fühlt

Diese psychische Belastung wird oft unterschätzt, da Informationskonsum gesellschaftlich als etwas Positives gilt. Doch in Wahrheit kann übermäßiger Nachrichtenkonsum das emotionale Gleichgewicht erheblich beeinträchtigen.

Wer dauerhaft online bleibt, erlebt nicht mehr die Welt, sondern eine verzerrte, negativ gefärbte Version davon – und das kann langfristig zu Angststörungen oder depressiven Verstimmungen führen.

Psychische Folgen von übermäßigem Medienkonsum

Angst, Stress und innere Unruhe

Der ständige Kontakt mit negativen Schlagzeilen hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Psyche. Jede neue Meldung über Krisen, Katastrophen oder Konflikte aktiviert das Stresssystem – Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, der Körper befindet sich in Alarmbereitschaft. Diese Reaktion ist kurzfristig sinnvoll, wird aber zur Belastung, wenn sie dauerhaft anhält. (mein Problem :( )

Viele Betroffene berichten über Symptome wie:

Herzklopfen, Nervosität oder Schwindelgefühle

Schlafstörungen und Grübelschleifen vor dem Einschlafen

Gereiztheit und eine allgemeine Anspannung im Alltag

Besonders problematisch ist, dass der Nachrichtenkonsum oft unbewusst erfolgt – zwischendurch, in Pausen oder als Ablenkung. So entsteht eine fast permanente Grundanspannung, die nur schwer abgebaut werden kann. Die Folge: selbst harmlose Alltagssituationen werden zunehmend als belastend empfunden.

Zusammenhang zwischen Doomscrolling, Depression und Schlafstörungen

Langfristig kann der übermäßige Konsum negativer Medieninhalte zu tiefergehenden psychischen Problemen führen. Wenn sich Sorgen und Ängste durch ständige Nachrichtenaufnahme verstärken, entsteht ein Nährboden für depressive Verstimmungen. Betroffene fühlen sich hilflos, überfordert und ziehen sich sozial zurück.

Zudem beeinflusst Doomscrolling häufig die Schlafqualität – besonders, wenn kurz vor dem Zubettgehen noch durch Feeds gescrollt wird. Das helle Displaylicht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, während emotionale Nachrichteninhalte das Gehirn in einen Zustand erhöhter Aktivität versetzen.

Langfristige Folgen können sein:

Chronische Erschöpfung und Konzentrationsprobleme

Verstärkung von Ängsten und negativen Denkmustern

Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust gegenüber globalen Ereignissen

(mein allergrößtes Problem :( )

Wer dauerhaft unter diesen Symptomen leidet, sollte nicht zögern, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Denn eine frühzeitige psychotherapeutische Begleitung kann helfen, den Teufelskreis aus Informationsdruck und psychischer Belastung zu durchbrechen.

Doomscrolling und Nachrichtenangst - Wie permanenter Medienkonsum unsere Psyche belastet(4)

Strategien für einen gesunden Umgang mit Medien

Digitale Pausen und bewusster Medienkonsum

Der erste Schritt, um aus der Spirale des Doomscrollings auszubrechen, ist die bewusste Reduktion des Medienkonsums. Das bedeutet nicht, sich völlig von Nachrichten abzuschotten – vielmehr geht es darum, Kontrolle über Zeitpunkt, Dauer und Quelle der Informationsaufnahme zurückzugewinnen.

Hilfreiche Strategien für den Alltag:

Feste Nachrichtenzeiten einplanen: Lesen oder schauen Sie Nachrichten nur zu bestimmten Zeiten, z. B. morgens und abends.

Push-Benachrichtigungen ausschalten: So vermeiden Sie, dass Ihr Smartphone zum ständigen Auslöser von Stress wird.

Verlässliche Quellen wählen: Qualitätsjournalismus bietet Einordnung statt Panikmache. Wählen Sie bewusst Medien, die sachlich und ausgewogen berichten.

Offline-Zeiten schaffen: Digitale Pausen – etwa eine „nachrichtenfreie Stunde“ am Abend – helfen dem Geist, zur Ruhe zu kommen.

Solche bewussten Grenzen können das Gefühl von Überforderung deutlich verringern und zu mehr innerer Stabilität führen.

Achtsamkeit und emotionale Selbstfürsorge

Achtsamkeit bedeutet, den eigenen Medienkonsum wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Wenn Sie bemerken, dass Sie beim Lesen von Nachrichten körperliche Anspannung oder negative Emotionen verspüren, lohnt sich ein bewusster Stopp.


:idea:

Eine einfache Atemübung oder ein kurzer Spaziergang können helfen, die innere Balance wiederherzustellen.

Darüber hinaus spielt emotionale Selbstfürsorge eine zentrale Rolle. Das kann bedeuten:

Sich bewusst positiven Aktivitäten zuzuwenden, die Freude bereiten

Gespräche mit Freund*innen oder Familienmitgliedern zu suchen

Sich selbst zu erlauben, auch einmal „nicht informiert“ zu sein

Das Ziel ist es, einen inneren Abstand zu den oft emotional aufgeladenen Nachrichten zu gewinnen – ohne die Realität zu verdrängen, aber mit einem gesunden Maß an Selbstschutz.

Wie man negative Nachrichtenfilterung trainieren kann

Das Gehirn neigt von Natur aus dazu, negative Informationen stärker zu gewichten als positive. Diese Negativity Bias kann man jedoch durch gezielte Übungen abschwächen.

Beispielsweise kann es hilfreich sein, nach dem Lesen eines Nachrichtenartikels bewusst nach konstruktiven Inhalten zu suchen – etwa Erfolgsgeschichten, Lösungsansätze oder positive Entwicklungen. Auch das Führen eines „Dankbarkeitstagebuchs“ kann helfen, den Fokus wieder auf das Positive zu lenken.

Mit der Zeit verändert sich so die Wahrnehmung: Die Welt erscheint weniger bedrohlich, und der innere Stresspegel sinkt.

Unterstützung durch Familie und soziales Umfeld

Auch das soziale Umfeld spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Nachrichtenangst. Offene Gespräche mit Angehörigen oder Freund*innen können entlasten und dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Wenn nahestehende Personen verstehen, wie sehr Medienkonsum die Psyche beeinflusst, können sie unterstützend eingreifen – etwa, indem sie gemeinsame Offline-Zeiten fördern oder gemeinsam Medienpausen einlegen.

Soziale Unterstützung wirkt nachweislich schützend gegenüber psychischem Stress. Sie erinnert uns daran, dass wir trotz negativer Schlagzeilen Teil eines stabilen, realen Umfelds sind – und nicht allein mit unseren Sorgen.

https://www.klinik-friedenweiler.de/blog/doomscrolling-nachrichtenangst-wi-medienkonsum-unsere-psyche-belastet/
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Leni
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Leni »

Ich spüre seit gestern, dass mich dieser Trump wieder in ein hoffnungsloses Bündel Mensch verwandelt.

Jetzt hab ich auch noch intensiv recherchiert zum Thema, dass der ICE in Minnesota eine Frau erschossen hat (ohne triftigen Grund) und sogar Trump sich schützend vor diesen Mörder stellt.

Ich bin fix und fertig, Ich hab nur noch Angst. Und das Schlimmste ist die Hoffnungslosigkeit, diese Ohnmacht, weil ich weiß, ich kann all diesen Mist nicht beeinflussen.

Ich kann wirklich nur eines machen: Keine Nachrichten momentan anschauen! :|
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Horizonzero
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Horizonzero »

Angst ist kein guter Ratgeber.
Ich schaue natürlich auch was so in der Welt passiert, und habe da auch Zweifel ob das alles noch ein friedliches Leben gewährt,
lasse mich aber in meinem Alltagsleben nicht besonders davon beeinflussen.
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Namielle
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Namielle »

Ich schaue keine Nachrichten.
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Flaubert
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Flaubert »

Namielle hat geschrieben: 08.01.2026, 19:01 Ich schaue keine Nachrichten.
Ich auch kaum noch. Ich überfliege allenfalls noch die Titel in der Zeitung. Das reicht mir. Alles andere stresst nur und macht traurig und wütend.
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Verehrer »

man muss Nachrichten auch als Intertainment verstehen. Wirkliche Objektivität wäre langweilig.
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Mitleser »

Ich schaue schon lange keine Nachrichten mehr (bzw. so gut wie gar kein Fernsehen), und vermeide auch das Radio, und das seit mittlerweile 25 Jahren. Mir wurde das alles zu viel seit dem 11. September 2001, das hat mir damals wirklich den Rest gegeben. Natürlich verschließe ich mich nicht völlig und bekomme schon noch mit, was so alles passiert, aber da reicht es mir dann, die Überschriften online oder in der Tageszeitungs-App zu überfliegen, ansonsten konzentriere ich mich auf die Lokalnachrichten. Seitdem lebe ich auf jeden Fall deutlich entspannter.
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Leni
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Leni »

Ich hab seit gestern auch einen Satz ganz fest vor Augen, den ich gelesen habe, da mich meine Ohnmacht so fertig macht abgesichts der politischen Entwicklungen:

Ich soll mich auf das konzentrieren, was ich beeinflussen kann und nicht auf das, was ich nicht beeinflussen kann
Du allein warst mein Beschützer, Inhalt meines Lebens.
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:herz:
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Sakura
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Re: Nachrichtenkonsum im digitalen Zeitalter

Beitrag von Sakura »

Ich gucke keinen zwangsfinanzierten ÖRR.
Nachrichten muss man aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen.
"Destiny is always revised. Anytime, everywhere." (Siddhartha)
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