Baumkrone hat geschrieben:Das war ein verdammt harter Schlag mitten in die Fresse für die meisten Teilnehmer, vergesst das nicht.
Keine Frage, die Auswirkungen sind für die Beteiligten (und vielleicht nicht nur die) alles andere als ein Zuckerschlecken. Du hast sicher recht, mit der Zeit wird man zwangsläufig unvorsichtiger und legt eine gewisse "Betriebsblindheit" an den Tag. Leichtfertigkeit spielt da sicher mit rein, aber "kaum Verständnis fürs Risiko" kann ich nicht gelten lassen. Alle Treffensteilnehmer waren sich mit Sicherheit bewusst, dass sich irgendwann auch mal ein "Unbefugter" in so ein Treffen einschleichen kann. Das ist genau das gleiche Risiko, das jeder einzelne für sich tragen muss, wenn er mit der Gesellschaft interagiert.
Immer, wenn irgendwo ein Unglück geschieht, sei das nun ein Flugzeugabsturz oder ein entführtes, vergewaltigtes und danach getötetes Kind gibt es zwangsläufig einen Aufschrei, und es werden Stimmen werden laut, wie man das hätte vermeiden können, wie man die Sache noch sicherer machen kann usw. Aber wenn man sich einmal überlegt, wie oft sich Pädos in den letzten Jahren, sei es nun zu einem AD oder anderweitig, getroffen haben, ohne dass etwas passiert ist, kann man eigentlich problemlos sagen, dass sich die Sache im zu erwartenden Risikobereich befindet. Klar, den Betroffenen mögen solche Worte immer wie Hohn erscheinen, aber wie gesagt, es gibt halt keine absolute Sicherheit.
Auch ich würde mir als Organisator (und letztlich als [Mit-]Verursacher) die heftigsten Selbstvorwürfe machen. Und natürlich weiß ich auch, dass das Leben weitergehen muss. Aus Fehlern lernt man, und man kann nur hoffen, dass sich aus diesem Lernprozess heraus ein geschärftes Bewusstsein entwickelt - bis es irgendwann vielleicht wieder zum Super-GAU kommt, aus einem ganz anderen Grund. Deine "harschen und unbequemen Worte" haben definitiv ihre Berechtigung, jedenfalls zumindest mit den oben von mir genannten Einschränkungen. Aber das ist ja das schöne an einem Diskussionsforum: Jeder kann seine Meinung vertreten, kann argumentieren, muss aber auch tolerant gegenüber anderen Meinungen sein.
