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VERDE | Omeleto Drama
Ganz süße MädchenEin junges Mädchen verschiebt ihre Prioritäten. Emilia und Martina, zwei Schwestern, verbringen einen heißen Sommertag in ihrem Haus in Kolumbien. Fast unzertrennlich, steht die ältere Schwester Martina an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Doch die beiden spielen und lachen in ihrer behüteten Welt zusammen. Ihre Bindung verändert sich jedoch, als einige ihrer Cousins zu Besuch kommen. Während im Hintergrund Gerüchte über eine sich wandelnde Familiendynamik aufkommen, entdeckt die eine Schwester, dass sich die andere verändert – fast vor ihren Augen. Regisseurin Victoria Rivera – zusammen mit Drehbuchautorin Neda Jebelli und Produzentin Camila Zavala – erzählt eine berührende und wunderschöne Coming-of-Age-Geschichte über die kleinen Brüche, die zu einem größeren Bruch in einer engen Beziehung führen. Mit einem leuchtenden, sicheren Gespür für Handwerk und einem Erzählstil, der Stille und Subtilität in den Vordergrund stellt, fängt dieser dramatische Kurzfilm eine kleine, aber bedeutsame Veränderung im Leben eines jungen Mädchens ein. Vieles an diesem Film ist ein Genuss, von der üppigen, grünen Landschaft bis hin zur warmherzigen, vertrauensvollen und liebevollen Beziehung der Schwestern. Die Darbietungen der beiden jungen Schauspielerinnen Samantha Medellin und Maria Elvira Ramirez, die die Schwestern verkörpern, sind gleichermaßen natürlich und präzise und fangen die unausgesprochenen Erwartungen und Ausdrucksformen zwischen engen Familienmitgliedern ein. Die Kameraführung ist ebenso subtil und fängt die Geschichte mit einer fast dokumentarischen Lässigkeit ein. Doch dieser scheinbar beiläufige Stil ist in Wirklichkeit sehr präzise und erfasst die kleinen Eigenheiten und Gesten der Schauspieler sowie die Details ihrer stillen, aber sich wandelnden Welt. Schwester Emilia ist noch ein Kind, spielt mit ihren Füßen, einem Sofakissen oder einem Baum, während Martina zunehmend wachsam und selbstbewusst wird und sich mit zusammengekniffenen Augen im Spiegel betrachtet. Als Emilia erkennt, dass ihre ältere Schwester sie in der Kindheit „zurückgelassen“ hat, ist der Moment still und doch erschütternd, besonders für jemanden, der sonst niemanden hat, dem sie sich so nahe fühlen kann. VERDE besticht durch seine einzigartige Erzählweise: Die Coming-of-Age-Geschichte konzentriert sich weniger auf „erste Male“ und das Zusammenkommen, sondern vielmehr auf Abschied und Auseinanderleben. Indem die Geschichte das in den Mittelpunkt rückt, was das Unvermeidliche des Erwachsenwerdens hinterlässt, entsteht beim Zuschauer ein Eindruck von Melancholie, so unauslöschlich und doch spürbar wie die Kuhle im Kissen, die entsteht, wenn jemand neben einem aufsteht und weggeht. Poetisch, zart und doch ohne Sentimentalität erzählt diese Geschichte von einem Wendepunkt – einem, der fast unmerklich geschieht, aber die bedeutsame, stille Kraft der Schwerkraft in sich trägt. VERDE. Mit freundlicher Genehmigung von Victoria Rivera unter https://victoria-rivera.com .
https://www.youtube.com/watch?v=77ikh-BjW0U&t=5s